Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

10.11.2020

# GBS Allgemein

Wieder vermehrt Videoberatungen

Angelina Donati
Angelina Donati
Social Media Verantwortliche
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Corona ist wieder sehr präsent. Deshalb fragen wir uns insbesondere auch, wie sich diese neu-alte Situation auf die Sozialberatungen auswirkt. Wir fragen bei Nicole & Nicole, unserem KSD-Sozialberatungsteam, nach:

 

Die Schule ist zwar weiterhin offen, es gelten allerdings strenge Schutzmassnahmen in den Schulhäusern. Wie geht ihr in der Sozialberatung mit dieser aktuellen Situation um? 


KSD_Beratungsteam: Danke für die Frage. Auch wenn in der Einzelberatung das Ansteckungsrisiko geringer ist, haben wir unser Schutzkonzept ebenfalls laufend angepasst. Seit vergangener Woche tragen wir sowie unsere Lernenden trotz Abstand und Schutzglas zusätzlich eine Maske. Auch wenn wir dieses Schutzkonzept sinnvoll finden, ist es weder für Lernende noch für uns angenehm, die Beratungen mit Masken durchzuführen. Der Kontakt über die Mimik fehlt auf beiden Seiten. Deshalb bieten wir wieder vermehrt Videoberatungen über Teams an. Teilweise sind wir vor Ort, teilweise wieder im Homeoffice. Das klappt ganz gut so. In diesem Sinne ein Déjà-vu.

Hast du die anderen Kurz-Interviews verpasst? Kein Problem: Hier kannst du alle Fragen und Antworten zur Sozialberatung nachlesen:

Wie sind eigentlich die Öffnungszeiten bei der Sozialberatung KSD?
KSD_Beratungsteam: In der Regel ist die Sozialberatung während der Schulzeit erreichbar. Während den Schulferien ist der KSD geschlossen. Am besten schreiben die Lernenden eine Mail, chatten uns über Teams an oder rufen an. Wenn wir frei haben oder aus anderen Gründen ausser Haus sind, kommt der Abwesenheitsassistent bei den Mails. Im Teams ist der Status auf abwesend oder offline eingestellt. Beim Telefon kommt entweder die Combox, wenn wir in einem Gespräch besetzt sind oder das Schulsekretariat, wenn wir ausser Haus sind. Alles klar? Ja und wenn's brennt und der KSD ist nicht erreichbar, dann gibt es einige Fachstellen, die Notfalltelefone rund um die Uhr zur Verfügung stellen. Hier die wichtigsten:
Opferhilfe – St.Gallen, Appenzell AI und AR. Unterstützung und Beratung von gewaltbetroffenen Frauen und Männer sowie Angehörige und Bezugspersonen: 
www.ohsg.ch
Infos für Kinder und Jugendliche zu Familie, Freundschaft, Liebe, Sex, Schule, Beruf und persönlichen Problemen. Beratung + Hilfe 147, rund um die Uhr: www.147.ch

Gibt es zum Abschluss von diesem Schuljahr noch etwas zu sagen?

 

Danke für das Interesse an der Sozialberatung KSD am GBS St.Gallen. Es war für uns immer wieder spannend, uns mit deinen Fragen auseinanderzusetzen. Wir wünschen dir und allen einen angenehmen Sommer mit vielen neuen Eindrücken.

 

Damit verabschieden sich Nicole & Nicole, unser KSD-Beratungsteam, in die Sommerferien. Wir wünschen allen eine entspannte und fröhliche Zeit!

Zum umfassenden Angebot an Aus- und Weiterbildungen, das am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen (GBS) geboten wird, gehört auch die Sozialberatung KSD. Ein wichtiges Angebot, das längst nicht Jedem bekannt ist. Was macht denn eigentlich die Sozialberatung?
Nicole Borra: Wir beraten bei Fragen oder Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der Lehrstelle, der Berufsfachschule oder mit der persönlichen Lebenssituation. Vor allem auch jetzt während der Corona-Zeit tauchen Ängste und Unsicherheiten auf, sei es im Zusammenhang mit der Lehrstelle, wie sich im Homeoffice organisieren oder weil sich zu Hause Probleme verschärfen.
Nicole Bauer: Gerade die Lernenden der Dienstleistungsabteilung hat die Corona-Krise hart getroffen. Da kommen viele Emotionen und auch Unverständnis über Entscheide hoch. Auch wenn wir als Schule da wenig ändern können, ist es wichtig, dass sich die Lernenden gehört und ernst genommen fühlen.

An wen richtet sich das Beratungsangebot?
KSD_Beratungsteam: An alle Lernenden oder die mit Lernenden am GBS zu tun haben. Das können Ausbildner, Eltern, Lehrpersonen sein.

Braucht es nicht grosse Überwindung, sich bei Schwierigkeiten an «fremde Personen» zu wenden und anzuvertrauen?
Nicole Borra: Das müsstest du die Lernenden fragen. Aber klar braucht es auch Überwindung. Das kenne ich selber ja auch.
Nicole Bauer: Da spielen unsere Lehrerkolleginnen und Lehrerkollegen eine wichtige Rolle. Wenn sie die Lernenden motivieren sich bei der Sozialberatung zu melden, ist die Hürde etwas kleiner. Selber bin ich auch so eine, die man anstupsen muss...

Wer gehört zum Berater-Team? Könnt ihr euch ganz kurz vorstellen?
Nicole Borra: Klar, gerne. Wir sind zu zweit am GBS St.Gallen. Nicole & Nicole. Ich finde wir sind ein gutes Team und der gemeinsame Austausch ist uns sehr wichtig, zurzeit findet dieser nur über Teams statt. Wir haben die Abteilungen und Standorte aufgeteilt. Ich bin für alle Berufe am Riethüsli zuständig und für den Standort Schreinerstrasse sowie für das Schulhaus Bild. Nach meinem EFZ vor vielen Jahren habe ich später vom Büro in die Soziale Arbeit gewechselt und mit 32 Jahren an der Fachhochschule in Zürich meine Zweitausbildung begonnen. Das war für mich persönlich ein sehr guter Entscheid, auch mein Wohnortswechsel von Zürich ins Appenzellerland. Ich bin jetzt bereits 6 Jahre am GBS St.Gallen. Davor war ich an verschiedenen Schulen tätig. Die Arbeit mit Menschen finde ich nach wie vor sehr wichtig und bereitet mir Freude, auch sich mit unterschiedlichen Themen gemeinsam auseinanderzusetzen.
Nicole Bauer: Ich bin für die Dienstleistungsabteilung zuständig und bei den Bauberufen für den Standort Kirchgasse. Seit 15 Jahren gibt es das Angebot der Sozialberatung an unserer Schule. Ich bin sozusagen die Frau der ersten Stunde. Manchmal staune ich selber wie rasch die Zeit vergangen ist und wie viel Freude mir meine Arbeit mit den Lernenden und deren Bezugspersonen nach wie vor macht. Vor meinem Studium in Sozialer Arbeit war ich mehrere Jahre selbständig als Bewegungspädagogin tätig. In meiner KV Lehrzeit haben wir noch heftig darüber diskutiert, ob PC eine Zukunft haben werden. In den ersten Jahren konnte ich bei Elternabenden jeweils noch sagen, dass ich selber zwei Töchter in diesem Alter habe. Inzwischen sind sie längst erwachsen. Das Verständnis für Eltern und deren Herausforderungen während der Ausbildungszeit ihrer Kinder ist aber geblieben.

Mit welchen Anliegen werdet ihr derzeit konfrontiert?
KSD_Beratungsteam: Unsere Lernenden melden sich bei uns mit denselben Fragen und Problemen wie vor Corona. Schwierigkeiten sehen wir eher darin, dass die Probleme weniger sichtbar sind. Für unsere Lehrpersonen ist es viel anspruchsvoller geworden zu merken, wenn es ihren Lernenden nicht gut geht. Der persönliche Kontakt fehlt da. Erfreulich ist aber, dass sich Lernende teilweise direkt über den Teams Chat an uns wenden. Das freut uns.

Welche Themen beschäftigen die Lernenden häufig noch bevor die Corona-Zeit eintraf?
KSD_Beratungsteam: Ein Dauerthema sind Probleme im Lehrbetrieb. Diese sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von falscher Berufswahl bis hin zu Konflikten mit den Ausbildungsverantwortlichen oder im Team. Nicht wenige sind unzufrieden wie sie ausgebildet werden. Teilweise hat sich dies in der Corona-Krise verschärft. Bei der einen oder anderen Kündigung kommt der Verdacht auf, dass diese in diesen Zeiten etwas schneller ausgesprochen werden. Bei vielen dieser Fragestellungen muss zwingend das Amt für Berufsbildung miteinbezogen werden. Oft müssen wir den Lernenden Mut machen, sich dort zu melden und ihre Sorgen mitzuteilen. Nur so können gute Lösungen gemeinsam gefunden werden. Psychische Probleme, finanzielle Sorgen, Lernschwierigkeiten, Trauer, Arbeitsaufträge nicht erledigen können, Probleme zu Hause, zu viel gamen, Drogenkonsum und vieles mehr beschäftigen unsere Lernenden nach wie vor.

Aufgrund der Corona-Zeit berät ihr die Lernenden ja online. Welche Erfahrungen macht ihr damit?
KSD_Beratungsteam: Wir machen überraschend gute Erfahrungen mit der Videoberatung. Die Lernenden nutzen die Möglichkeiten von Teams für das Distance Learning an ihrem Schultag, wie aber auch um mit uns in Kontakt zu kommen. Sie chatten uns an und wir vereinbaren einen Video-Termin. Manche Fragen können auch über den Chat beantwortet werden. Einige Lernende bevorzugen ein Gespräch über das Telefon ohne Kamera. Das ist selbstverständlich auch möglich.

Sich der Sozialberatung mit einem persönlichen Thema anzuvertrauen, ist bestimmt mit Überwindung und Bedenken verbunden. Weshalb können sich die Lernenden mit einem guten Gefühl an euch wenden?
KSD_Beratungsteam: Das ist eine wichtige und zentrale Frage. Es ist uns ein grosses Anliegen aufzuzeigen, dass unsere Beratungen (Video, Telefon, vor Ort) vertraulich sind. Auch wenn Lehrpersonen wissen, dass ein Beratungstermin während des Unterrichts stattfindet, ist der Inhalt des Gesprächs vertraulich. Die Schweigepflicht müssen wir dann brechen, wenn Lernende selbst- oder fremdgefährdend sind. Es kommt selten vor, aber wir besprechen es mit dem Lernenden, wie wir dann vorgehen müssen.

Können Lernende auch «nur» chatten mit euch, oder braucht es zwingend ein Videogespräch, bzw. ein Telefongespräch?
KSD_Beratungsteam: Wie wir bereits oben aufgezeigt haben, können Lernende auch im Chat mit uns im Austausch sein. Wir haben viele gute Erfahrungen im Teams mit Video oder Chat gemacht. Wir wollen diese erweitere Möglichkeit von Beratung auch nach der Corona-Zeit beibehalten.

Ist das Angebot, das die Lernenden nutzen dürfen, kostenpflichtig?
KSD_Beratungsteam: Nein, es ist nicht kostenpflichtig, dadurch wird unser Beratungsangebot sehr niederschwellig. Das bedeutet, dass Lernende sich unkompliziert bei uns melden dürfen via Teams (Chat/Video), Mail, Telefon oder sie können auch einfach bei uns an der Kugelgasse 19 im Klosterviertel vorbeikommen.

Erhält der Lehrbetrieb eine Absenzmeldung, wenn Lernende während des Unterrichts zu euch in die Beratung kommen?
KSD_Beratungsteam: Nein, bekommen sie nicht. Wichtig ist einfach, dass sie der Lehrperson Bescheid sagen, dass sie bei uns in der Beratung sind. Die Lehrpersonen sind froh, wenn die Lernenden das Beratungsangebot nutzen. Auch wenn die Lehrperson weiss, dass eine Beratung stattfindet, erfährt sie nichts über den Inhalt des Gesprächs. Lernende dürfen selbstverständlich auch an einem anderen Tag das Angebot nutzen. Es muss nicht zwingend der Schultag sein.

Wie sieht es aus, wenn Lernende noch minderjährig sind. Erfahren ihre/seine Eltern vom Gespräch?
KSD_Beratungsteam: Nein, auch Eltern erfahren nichts über das Gespräch. Die Ausnahme ist auch hier, wenn wir von einer Selbst- oder Fremdgefährdung ausgehen müssen. Selbstverständlich suchen wir gemeinsam mit den Lernenden, wenn immer möglich, die Zusammenarbeit mit ihren nächsten Bezugspersonen. Das Ziel bleibt immer, zusammen eine tragbare Lösung zu finden.

Wie entstand eigentlich die Bezeichnung Sozialberatung KSD?
KSD_Beratungsteam: Die Bezeichnung KSD bedeutet «Kirchlicher Sozialdienst» und leitet sich aus der Entstehungsgeschichte ab. Ganz verkürzt ein paar Worte dazu: Vor über dreissig Jahren hat die katholische Kirche ein Sozialberatungsangebot als Projekt in der Berufsfachschule in Wattwil geschaffen. Dies mit grossem Erfolg. Die evangelische Kirche sowie der Kanton St.Gallen erkannten den Wert und den Bedarf der Sozialberatung innerhalb aller Berufsfachschulen im Kanton St.Gallen. Heute sind in allen Berufsfachschulen des Kantons St.Gallen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit einem Beratungsangebot für die Lernenden und deren Bezugspersonen vor Ort. Die Finanzierung übernimmt zu 60% der Kanton St.Gallen und mit je 20% die beiden Landeskirchen, sie zusammen bilden die Aufsichtskommission. Das Beratungsangebot ist konfessionsneutral sowie kostenlos und richtet sich nach den Richtlinien des Berufsverbandes für Soziale Arbeit Schweiz, AvenirSocial. Wir beiden Nicole’s vom GBS St.Gallen schätzen die breite Abstützung durch unsere Trägerschaft und den jährlichen Austausch mit dieser. Ebenso schätzen wir den Austausch mit unseren Kolleginnen und Kollegen an den anderen Berufsfachschulen.

Die Corona-Zeit hat (noch mehr) Sorgen und Ängste verbreitet, was Auswirkungen auf Körper und Psyche hat. Wie kann man aufhören, sich ständig um die Zukunft, den Arbeitsplatz, die Familie und vieles mehr Sorgen zu machen?
KSD_Beratungsteam: Mit diesen Fragen beschäftigen sich viele Lernende. Auch wir uns immer wieder mal. Leider gibt es auf diese Fragen keine allgemein gültigen Antworten. Wichtig scheint uns jedoch, dass man diese Sorgen und Ängste ernst nimmt und denen nachgeht. Was wir sagen können, dass solche und andere Fragen ganz individuell in den KSD-Beratungen aufgegriffen und bearbeitet werden. Jede Lernende und jeder Lernende bringt andere persönliche Voraussetzungen mit. Das heisst andere Vorerfahrungen und Ressourcen. Auch spielt das Umfeld in dieser Fragestellung eine ganz wichtige Rolle. Ist jemand sehr alleine mit seinen Sorgen oder gibt es vertraute Menschen, die helfen aus der Sorgenschlaufe zu kommen? Helfen kann, wenn man versucht, mit nahestehenden Menschen oder Vertrauenspersonen darüber zu reden.

Lebt es sich denn besser, alles auf die leichte Schulter zu nehmen, oder sind Sorgen durchaus berechtigt?
KSD_Beratungsteam: Es gibt ein Sprichwort, das sinngemäss besagt, «wenn man seine Sorgen brütet, dann schlüpfen sie auch». Es ist sicher hilfreich, sich selber immer wieder daran zu erinnern, dass durch sich sorgen die Probleme nicht gelöst werden. Hinschauen hingegen kann ein erster Schritt sein, Lösungen und Entlastungen gemeinsam zu entdecken. Da kann der KSD eine vertrauliche Anlaufstelle sein.

Was macht für euch ein erfolgreicher Tag aus?
KSD_Beratungsteam: Du meinst wahrscheinlich ein erfolgreicher Tag bei uns im KSD-Alltag. Hm, interessante Frage: Vielleicht wenn wir merken, dass Lernende den Schritt wagen, sich Unterstützung zu holen oder zumindest mal neugierig darauf sind. Und wenn dann nach dem Gespräch eine kleine Zuversicht bei der Lernenden oder beim Lernenden erkennbar wird, nämlich, dass es individuelle und mehrere Wege für Lösungen gibt und sie sich auf den «Weg» machen wollen. Lao-Tzu, ein chinesischer Philosoph, hat viele Jahre v.Chr. mal gesagt: «Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit einem einzigen Schritt».

Wie gelingt es euch, euch von der Beratungsfunktion nach Schulschluss abzugrenzen?
KSD_Beratungsteam: Das gelingt unterschiedlich gut. An manchen Tagen fällt das Abschalten leicht. Vor allem dann, wenn während den Gesprächen mit den Lernenden tragfähige Lösungen gefunden werden konnten. Es kommt aber schon ab und zu vor, dass uns Themen von Lernenden oder aus der Schule weiterbeschäftigen. Bei der Thematik Selbst- oder Fremdgefährdung oder einem Todesfall ist es nicht so einfach abzuschalten. Zum Glück verfügen wir innerhalb des GBS St.Gallen über ein sehr gut funktionierendes internes Krisenteam. So ist ein professioneller Austausch gewährleistet und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt, das hilft. Es ist dann besonders wichtig, darüber zu reden, und zum Glück sind wir in der Sozialberatung zu zweit. Wir sind dann für einander erreichbar und da, so können wir zusammen unsere Gefühle und Fragen reflektieren.

Welche Tipps habt ihr für Lernende, dass es gelingt, sich vom Beruf, von Sorgen und von vielem mehr abgrenzen zu können?
KSD_Beratungsteam: Auch für unsere Lernenden ist es nicht immer einfach, abzuschalten. Oft beschäftigen sie Ungerechtigkeiten am Arbeitsplatz, zu wenig Anerkennung vom Ausbildungsverantwortlichen bis hin zu belastenden Konflikten innerhalb des Teams. Manchen hilft, wenn sie sich nach Arbeitsende alles, was sie belastet hat, aufschreiben und dann in eine Schachtel legen oder bewusst entsorgen. Manche müssen erst einmal bei einer Kollegin oder einem Kollegen einfach abladen. Diese Strategie ist aber mit Vorsicht zu geniessen, da ein sich Reinsteigern nahe liegt. Da hilft, das Ablästern zeitlich zu begrenzen und sich darauf zu konzentrieren, welche Gefühle unterdrückt werden mussten und diesen etwas Zuwendung und Raum zu geben. Da gibt es verschiedene Techniken, wie das ganz gut funktionieren kann, ohne dass man ganz und gar in die Gefühle reinkippt. Eine weitere Strategie ist, bewusst die Türe nach Feierabend hinter sich zu schliessen. Wenn negative Gedanken und Gefühle auftauchen sich laut sagen (kann auch innerlich sein): «Jetzt nicht, ich kümmere mich morgen wieder um dich» (das Problem). Viel Bewegung und frische Luft oder einfach eine Freizeitbeschäftigung, die richtig Spass macht und einem alles um sich herum vergessen lässt, hilft auch ganz wunderbar loszulassen.

«Gerade die Lernenden der Dienstleistungsabteilung hat die Corona-Krise hart getroffen. Da kommen viele Emotionen und auch Unverständnis über Entscheide hoch. Auch wenn wir als Schule da wenig ändern können, ist es wichtig, dass sich die Lernenden gehört und ernst genommen fühlen.»