Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

26.06.2021

# Bau

Das war die Sonderwoche der Baupoliere

Linda Müntener
Linda Müntener
Kommunikation / BM-Vorbereitung
Lesezeit

Lehrlingsausbildung, Brandschutz, Unterstützung, Reflexion – und zum Schluss eine Portion Fussball. Die Sonderwoche der Baupoliere war vielfältig und lehrreich. Ein Rückblick auf fünf gelungene Tage. 

Montag

Los geht's im Klassenzimmer. Während sich die eine Hälfte mit ihrer Führungs- und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, hört die andere Hälfte Lehrlingscoach Hanspeter Tobler zu. Er ist seit 2018 für die Lernenden bei der Stutz AG verantwortlich und weiss, welche Fragen in der Lehrlingsausbildung immer wieder auftauchen. Wo findet man in Zeiten von Nachwuchsmangel motivierte Auszubildende? Wie gestaltet man eine Schnupperwoche? Wie läuft ein Bewerbungsprozess ab? Und wie bindet man den Lernenden am besten in die Arbeit im Alltag ein? Hanspeter Tobler erzählt aus der Praxis und gibt unseren Studierenden wertvolle Tipps mit auf den Weg. 

Um die Lehrzeit geht's auch im Referat von Reto Kellerhals. Und zwar darum, wie man diese unfallfrei gestaltet. Reto Kellerhals ist Leiter der Kampagne «sichere Lehrzeit» bei der Suva. 250 Unfälle mit Lernenden passieren hierzulande auf dem Bau pro Jahr, erzählt er. Und zeigt Beispiele im Video, die nahe gehen. Solche Unfälle gilt es unbedingt zu vermeiden. Nachdem die Gruppe gemeinsam mögliche Unfallursachen aufgearbeitet hat, geht's um die Prävetion. Das Wichtigste: Den Lernenden ein gutes Vorbild in Sachen Schutzkleidung sein, sie begleiten und ihnen das Gefühl geben, dass sie sich bei Unsicherheiten nicht scheuen müssen, zu fragen. 

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Dienstag und Mittwoch

Auch an Tag 2 und 3 werden die Studierenden in Gruppen aufgeteilt. Der eine Teil verbringt den Tag bei der Valida in St.Gallen. Das soziale Unternehmen begleitet Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Ausbildung, bei der Arbeit, beim Wohnen und in der Freizeit. Unsere Studierenen erleben einen Tag lang, wie die Zusammenarbeit und Instruktion von Menschen mit Beeinträchtigungen funktioniert. Und sie setzen ihr handwerkliches Geschick sowie ihr Wissen gleich selber vor Ort ein. Mit einem Arbeitsauftrag wird das Gelernte rapportiert, so dass jeder für sich Erkenntnisse für die kommenden Monate im Praktikum ableiten kann. 

Für den anderen Teil der Klasse wird's brenzlig - bei der Brandschutzübung im Riethüsli. Ein Experte der Firma Minimax, spezialisiert auf Sprinkler- und Brandmeldeanlagen, schult die Studierenden in Sachen Brandschutz. Dabei wird unter anderem ein Pfannenbrand simuliert und es gibt praktische Löschübungen. Das eindrücklichste Experiment ist der Fettbrand. Der Experte zeigt, was passiert, wenn man einen solchen versucht mit Wasser zu löschen. Es knallt, Stichflamme. Wir lernen: nicht nachmachen! Ebenfalls auf dem Programm des Postenlaufs stehen Vermessungstechnik und Erste Hilfe. 

 

 

Donnerstag

Zweitletzter Tag: Zeit, zu reflektieren. Klassenweise lassen die Studierenden im Schulungsraum des Säntisparks in Abtwil die BB-100 Ausbildung Revue passieren und ziehen ihre Schlüsse aus dem Tag bei der Valida. Das Teamerlebnis kommt aber auch heute nicht zu kurz. Denn anschliessend geht's in den Seilpark. Dort stellen die Studierenden ihre Leistungsfährigkeit und ihren Mut unter Beweis – Erlebnispädagogik. 

Freitag

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss - auch in dieser Woche. So geht's am Freitag zum krönenden Abschluss in den Kybunpark, die Heimstätte des FC St.Gallen. Roland Löw, ehemaliger FCSG-Teammanager und bestens Bekannter der Baukaderschule, führt die Studierenden hinter die Kulissen des Stadions. Vom LKW-Parkplatz über den Staff-Eingang, durch Medienraum, Gästekabine, Mixed-Zone, bis schliesslich ins Stadion und die Lounge.

Dort hält FCSG-Präsident Matthias Hüppi ein Referat zum Thema Leadership. Den Studierenden, die selber eine Führungsfunktion ausführen werden, rät er, glaubwürdig voranzugehen. Und dabei die Menschen immer ins Zentrum zu stellen. "Respekt ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Es ist wichtig, dass ihr euch in andere Menschen hineinfühlen könnt", so Matthias Hüppi. Letztlich gehe nichts ohne das Team, denn "ein Team ist das Spiegelbild der Führung." Gelungener hätte man diese Woche, die auch der Teambildung diente, nicht abschliessen können. 

Matthias Hüppi erklärt, worauf es in der Führung eines Teams ankommt.