Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

07.04.2020

# Dienstleistung

Wenn Studium und Freizeit verschmelzen

Angelina Donati
Angelina Donati
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War die erste Woche des Online-Unterrichts noch «speziell», wurden die darauffolgenden Wochen fast schon zur Gewohnheit. So hat es Saranda empfunden. Sie absolviert derzeit die Berufsmaturität Vollzeit am GBS St.Gallen und lässt uns an ihren Erfahrungen teilhaben. Der Unterricht zuhause sei in der Tat nicht derselbe wie jener im Klassenzimmer, und dennoch möchte Saranda das Beste aus der Situation herausholen und motiviert sich selbst. Gerade weil es derzeit auf den BM-Abschluss zugeht, stellt sich besonders auch die Frage, «wann und wie werden die bevorstehenden Prüfungen durchgeführt?». Eine entscheidende Änderung gebe es beim Fach Italienisch: So soll die Prüfung neu mündlich anstatt schriftlich abgehalten werden. «Das ist natürlich ein grosser Unterschied, zumal ich dieses Fach erst seit einem Jahr belege», sagt die BM-Studierende. «Mit dem heutigen Stand meiner Italienischkenntnisse sehe ich eigentlich im Schriftlichen einen Vorteil. Kann ich einen Satz nicht fehlerfrei aussprechen, gelingt es mir eher, ihn korrekt aufzuschreiben.» Saranda hofft, dass der Benotungsschlüssel entsprechend angepasst wird. Immerhin: Ein paar Wochen bleiben ihr noch Zeit, um zu lernen und sich auf die neue Prüfungssituation einzustellen.

Der neue Online-Unterricht verlangt Saranda generell mehr ab als üblich. «Generell lerne ich am besten beim aktiven Mitmachen», sagt sie. Im Fernunterricht aber müssen zahlreiche Aufträge selbstständig erarbeitet werden. «Es muss nun mehr Eigenleistung aufgebracht werden.» Und der Austausch mit den Klassenkameradinnen und Klassenkameraden fehle eindeutig, dies könne auch ein Video-Anruf nicht wettmachen. Auf sich alleine gestellt, sei man aber trotzdem nicht: «Die Lehrpersonen erklären und veranschaulichen alles gut und achten darauf, dass alle miteinander im Austausch bleiben. Sie unterstützen uns sehr gut.» Dennoch sei der Informationsfluss anstrengender als im Klassenzimmer.

Einen grossen Vorteil im Fernunterricht sieht die BM-Studentin im «sich selbst managen». Den Studierenden seien die Lernziele der meisten Fächer ausgehändigt worden, worauf Saranda nun noch besser auf ihre Stärken und Schwächen eingehen und ihren Lernbedarf entsprechend anpassen könne. «Gerade auch vor den Prüfungen kann ich so noch gezielter Zeit investieren, dort, wo der Bedarf am nötigsten ist.» Allerdings muss sie sich zwingen, immer mal wieder auch eine Pause einzulegen, wie sie gesteht. «So oder so erachte ich den Fernunterricht als ein gutes Training, auch für später im Studium.» Die Abgrenzung sei dennoch sehr wichtig: Denn mit dem Schulzimmer zuhause würden sich Schule und Freizeit vermischen. «Hatte ich vorher mit dem Schulweg automatisch einen Schnitt, ist nun die Verlockung gross, auch nach dem Unterricht weiter zu lernen.» Doch Saranda hat bereits eine gute Methode zur Abgrenzung herausgefunden: «Alles, was ich tagsüber auf dem Esstisch ausbreite, etwa Laptop und zahlreiche Schulbücher, lasse ich abends in einem Schrank verschwinden.» Und die verdiente Freizeit darf beginnen…