Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

03.12.2021

# Bau

Energie sparen: Werden Sie Energie-Expert*in

Linda Müntener
Linda Müntener
Kommunikation
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Die kalte Jahreszeit ist da. Und damit erhöht sich der Energieverbrauch. Unser Experte Daniel Gerber, Leiter des Lehrgangs Energieberater*in an der Baukaderschule, gibt Tipps, wie man Energie sparen kann. Das kannst auch du. Mit unserem CPS / DPS Bau-Energie-Umwelt Energieberater/-in.

Wärme:

Zwei Drittel unseres gesamten Energiebedarfs im Haushalt werden fürs Heizen eingesetzt. Hier gibt es Sparpotenzial! Nur 1 Grad weniger spart bereits 6 Prozent Energie. Die empfohlenen Durchschnittswerte: 

  • 23 °C in Badezimmern (= Pos. 4 am Thermostatventil)

  • 20 °C in Wohn-/Aufenthaltsbereich (= Pos. 3)

  • 17 °C in Schlafräumen, Flur (= Pos. 2)

  • in wenig genutzten Räumen (= Pos. *)

Die Heizkörper sollten nicht mit Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden, damit die warme Luft in den Räumen zirkulieren kann. Schliesst man nachts die Roll- und Fensterläden, kühlen die Räume weniger aus. Wer in die Ferien fährt, kann die Temperatur in allen Räumen auf ein Minimum senken: Die empfohlene Raumtemperatur beträgt dann etwa 16 Grad.

Lüften:

Richtig lüften spart Energie. Ist das Fenster permanent gekippt, wird unnötig Energie verschwendet. Besser: Dreimal am Tag mehrere Fenster für fünf bis zehn Minuten weit öffnen. Damit entweicht weniger Wärme, mehr frische Luft kommt ins Haus. Und: Die Luftqualität verbessert sich. 

«Beim Heizen gibt es Sparpotenzial. Nur 1 Grad weniger spart bereits 6 Prozent Energie.»

Daniel Gerber, Lehrgangsleiter

Licht:

Für eine effiziente Beleuchtung sind LED-Lampen unabdingbar. Sie schonen nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Mit wenigen Ausnahmen gibt es für jede Beleuchtungsanwendung im Haushalt eine LED-Lösung.

Wasser:

Ein heisses Bad im Winter tut gut, kurz duschen ist aber erheblich sparsamer. Eine volle Badewanne benötigt fünf Kilowattstunden Energie. Das Bundesamt für Energie hat ausgerechnet: Mit einem Elektrovelo fährst du damit von Basel nach Paris. Mit energieeffizienten Duschbrausen (mindestens Energieeffizienzklasse
B), kann man gegenüber Brausen anderer Klassen ausserdem bis zu 50 Prozent Wasser sparen.

Wäsche waschen:

Vorwaschen ist in der Regel nicht nötig. Vor allem neue Waschmaschinen machen die Wäsche auch bei niedrigen Temperaturen sauber. Je mehr die Wäsche geschleudert wird, desto kürzer die Trocknungszeit. So muss die Wäsche auch nicht in den Tumbler und kann selbst im Winter aufgehängt werden. Das spart nicht nur Strom, sondern schont auch die Kleidung.

Kochen:

Mit Deckel kochen spart rund 30 Prozent Energie, beim Ofen gilt: Vorheizen weglassen und die Gerichte lieber etwas länger im Ofen lassen, indem man sie mit der Restwärme fertig kocht. Beim Kühlschrank ist es wichtig, die Türen immer gut zu schliessen und darauf zu achten, dass die Dichtung intakt ist. Wer etwas auftauen will, stellt das am besten in den Kühlschrank. So kann die Kälte gleich genutzt werden und der Kühlschrank muss weniger leisten. Nach dem Essen lohnt es sich, bei der Abwaschmaschine das Sparprogramm zu verwenden - wenn sie denn über ein solches verfügt. Gründliches Vorspülen ist in der Regel überflüssig, es reicht, die Reste mit einer Bürste abzuwischen. Gut zu wissen: Von Hand abwaschen verbraucht mehr Wasser als das Sparprogramm der Maschine. 

Geräte:

Im Stand-By-Modus geht viel Energie verloren. Etwa zehn Prozent des Stroms
verpuffen in den Schweizer Haushalten ungenutzt, so die Schätzung des Bundesamts für Energie. Denn die meisten Geräte werden pro Tag nur ein bis zwei Stunden aktiv genutzt. Dabei brauchen sie oft weniger Strom, als während der restlichen Zeit im Stand-by-Modus. Modems, Router, Drucker, Computer und fast alle anderen Geräte können mit einer Steckerleiste komplett vom Strom getrennt werden. Das lohnt sich vor allem bei den heimlichen Stromfressern: Heizlüfter, Aquarien, Luftbefeuchter, Raumklimageräte oder Luftentfeuchter.

Wir bilden Energieberater*innen aus 

Unsere Gesellschaft steht bezüglich Energieverbrauch und Klimawandel vor gewaltigen Herausforderungen. Energie ist ein Schlüsselfaktor zu einer nachhaltigen Entwicklung, die Bund, Kantone und Gemeinden anstreben. Energieeffizientes Bauen mit umwelt- und sozialverträglichen Materialien, kombiniert mit dem Einsatz von erneuerbaren Energien und zukunftsfähigen Technologien sind wesentliche Voraussetzungen dafür. Wir bilden Fachleute aus, die es in diesem Bereich braucht. 

Lehrgangsstart: Februar 2022

Die Absolventen*innen des Lehrgangs CPS / DPS Bau-Energie-Umwelt Energieberater/-in an der Baukaderschule St.Gallen sind wichtige Akteure, die Lösungen umsetzen. Sie sind in der Lage, nebst Planung von energetischen Massnahmen bei Neubauten den Zustand von bestehenden Bauten und Anlagen zu analysieren. Für Betriebe und Organisationen beurteilen sie den Energieverbrauch von Produktionsabläufen und erarbeiten auf der Basis eines Energiemanagements ein Konzept zur Energieoptimierung mit Qualitätskontrolle. Interessiert? Der nächste Lehrgang startet im Februar 2022.