Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

Industrial Design, Dipl. Produktdesigner*in HF

Das Wichtigste in Kürze

Der praxisnahe Lehrgang hat zum Ziel, kompetente Berufsleute im Bereich des Industrial Designs auszubilden, welche in Designbüros, Designabteilungen von Betrieben, in Handwerksbetrieben mit gestalterischem Anspruch oder als selbstständige Unternehmer/innen arbeiten. Der dreijährige Lehrgang führt zu einem eidgenössisch anerkannten HF Abschluss der Höheren Fachschule für Künste, Gestaltung und Design, St.Gallen.

Der Lehrgang ergänzt bereits vorhandene handwerkliche und gestalterische Kenntnisse und bietet eine breite Basis an spezialisiertem Fachwissen und Kompetenzen, die für das Berufsfeld Industrial Design notwendig sind.

Als Kind wollte Sven Brugger Erfinder werden. Nach seiner Laufbahn als Gebäudetechnikplaner ist er nun als selbstständiger Industrial Designer tätig. Mehr im Blog

Bildungsziele
Studierende beenden den Lehrgang als gut ausgebildete Fachleute, die folgende Kernprozesse und Kompetenzen beherrschen: 

Aufgabenstellung / Briefing 
Dem Designprozess liegt in der Regel ein Briefing zugrunde, welches im Idealfall zusammen mit dem Kunden erarbeitet wird. Hier werden sämtliche Rahmenbedingungen, Anforderungen und Ziele des zu entwickelnden Produktes festgelegt. Absolvierende sind in der Lage, schon frühzeitig eine kritische Haltung einzunehmen, grundsätzliche Fragen zu stellen und vorausschauend Kosten, Arbeitsaufwand und Terminplanung abzuschätzen. 

Analyse / Recherche  
Die Analyse bestehender Produkte, Abläufe und Funktionen sowie des Produktumfeldes erfordert ein fundiertes Wissen der gestalterischen Zusammenhänge sowie ein Verständnis von Positionen und Entwicklungen im Industrial Design. Grundlage dafür sind Kenntnisse in Kunst-, Design- und Kulturgeschichte. Industrial Designer/innen nutzen sämtliche zur Verfügung stehende Medien zur Recherche. Sie stellen die Ergebnisse in einer Produktanalyse schlüssig dar und bringen diese in eine präsentierbare Form.  

Konzept / Idee 
Die Entwicklung eigenständiger Designkonzepte und die Ideenfindung bilden den eigentlichen Kernbereich des Industrial Design. Ausgebildete Designer/innen sind in der Lage, Kreativtechniken zu nutzen, um Ideen auch dann zu generieren, wenn die Muse einmal zu schlafen scheint. Materialexperimente, Versuchsanordnungen und Bearbeitungstests bilden die Grundlagen für neue Designlösungen. Sie beherrschen die zeichnerischen und handwerklichen Mittel, um Skizzen und erste einfache Handmodelle anzufertigen. Diese bilden dann die Entscheidungsgrundlage für die weitere Ausarbeitung. 

Entwurf / Modell 
In der Entwurfsphase werden die ausgewählten Ideen und Konzepte detailliert ausgearbeitet. Mit CAD und 3D Modellierprogrammen werden Pläne, Visualisierungen und Rohdaten für die Modellfertigung erstellt. Hierfür kennen Industrial Designer/innen die notwendigen Programme und die Konventionen des Planzeichnens. 
Form- und Funktionsmodelle zeigen Vor- und Nachteile der Entwürfe auf. In einem iterativen Prozess werden Konzept und Ideen immer wieder überprüft, in Frage gestellt und neu detailliert, bis die Anforderungen des Briefings optimal erfüllt sind. 

Ausführung / Prototyp 
Industrial Designer/innen arbeiten mit Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen zusammen. Diese werden möglichst früh, besonders aber in der Detaillierungsphase, beigezogen. Kommunikative Fähigkeiten, technisches Basiswissen und Verständnis für die ökonomischen Machbarkeiten sind hier unabdingbar für die Realisation eines Entwurfes. 

Realisation / Umsetzung 
Mit Produktionsbeginn ist der Hauptteil der Arbeit der Industrial Designer/innen getan. Trotzdem begleiten sie die weiteren Schritte der Produktion, Vermarktung und Verbesserung des Produktes auch nach dem eigentlichen Entwurfsprozess. 

Teilnehmende des Lehrgangs kennen sich, neben den aufgeführten Kernprozessen, auch mit den folgenden Unterstützungsprozessen und Kompetenzen aus: 

CAD / 3D CAD
Industrial Designer/innen stellen Konzepte und Entwürfe mittels CAD, 3D CAD und Bildbearbeitungsprogrammen dar. Sie fertigen Pläne und 3D-Modelle für die digitale Fertigung an und nutzen dafür neben herkömmlichen Werkzeuge und Maschinen CNC Fräsmaschinen, Laserschneidmaschinen und 3D Drucker.

Kommunikation / Präsentation 
Der gesamte Designprozess ist in Phasen unterteilt, die immer wieder Präsentationen und den Austausch des Entwurfs mit allen beteiligten Fachleuten erfordern. Den Industrial Designer/innen kommen in diesen Gremien häufig eine Schlüsselposition zu, da sie zugunsten eines konsequenten Gesamtentwurfs die verschiedenen Fachbereiche koordinieren und abstimmen müssen. Fundierte Präsentationstechniken und Verhandlungsgeschick sind hier notwendig. 

Betriebswirtschaft / Marketing
Absolvierende sind in der Lage, Offerten, Kostenvoranschläge und Schlussabrechnungen zu erstellen und sie kennen die administrativen Abläufe als Angestellte oder Unternehmer/innen. Sie unterhalten Werkstatt und Computersystem, dokumentieren abgeschlossene Projekte, akquirieren neue Projekte und unterhalten dafür Kundennetzwerke und Internetseiten. Sie kennen die Grundlagen von Musterschutz, Patentrecht, Versicherungs- und Vertragsrecht.

Selbst- / Sozialkompetenz 
Da Industrial Designer/innen sind in der Regel in grössere Entwicklungsteams eingebunden dafür ist ein gutes Zeitmanagement und das Einhalten von Abmachungen und Kostenvorgaben wichtig. Um auch über längere Zeit Motivation und eine ausgeglichene Leistung zu bewahren, ist es wichtig, die eigene Arbeitsweise zu reflektieren und gegebenenfalls den Umständen anzupassen. Entscheidend ist auch, den eigenen Entwurfsprozess zu verstehen und die Möglichkeiten zu kennen, um sein eigenes Tun immer wieder zu verändern, anzuregen und zu entwickeln. 

Der Lehrgang steht in einer Tradition der ganzheitlichen Betrachtung von Gestaltung und versteht das Industrial Design, ganz im Sinne Pestalozzis, als Tätigkeit, die mit Kopf, Herz und Hand ausgeführt wird. Letztlich soll es Industrial Designer/innen idealerweise auch darum gehen, die Welt mit deren Arbeit zum Positiven zu verändern. Darum sind sie auch bereit, neue Herausforderungen ökonomischer, ökologischer und sozialer Natur anzunehmen und im Berufsalltag um- und einzusetzen. 

Berufstätigkeit
Während der gesamten Lehrgangsdauer ist eine nachweisbare Tätigkeit (angestellt oder selbständig) von durchschnittlich 50 % in einem artverwandten Bereich erforderlich.

Dauer

6 Semester, berufsbegleitend

Diplom Abschluss

Industrial Design, Dipl. Produktdesigner*in HF

Der Lehrgang ist seit 2015 durch das SBFI anerkannt und der aktuelle Lehrgang befindet sich in der turnusmässigen Reanerkennung.

Informatik / EDV 

Der Unterricht erfolgt teilweise EDV-unterstützt. Die Studierenden müssen deshalb über einen eigenen Laptop neuester Technologie verfügen. In Absprache mit der Ausbildungsleitung muss dieser im Verlaufe des ersten Ausbildungssemesters zur Verfügung stehen. Fachsoftware wird den Studierenden von der Schule für die Zeit der Weiterbildung gegen Lizenzgebühr zur Verfügung gestellt.

Leitung

Markus Pawlick

Zulassung

Für die Zulassung zum Studium Industrial Design HF gelten für dich als Teilnehmenden folgende Bedingungen:

  • Abschluss mindestens auf Sekundarstufe II in einem gestalterischen Berufsfeld (abgeschlossene Berufslehre oder eine abgeschlossene Maturitätsschule)
  • Bestehen des Aufnahmeverfahrens

Kandidatinnen und Kandidaten mit einer nachgewiesenen, ausserordentlichen gestalterischen Begabung können ausnahmsweise «sur dossier» aufgenommen werden.

Hast du noch Fragen? Dann melde dich bitte beim Sekretariat.

Aufnahmeverfahren 

Für deine erfolgreiche Aufnahme in das Studium durchläufst du ein Aufnahmeverfahren. Das Aufnahmeverfahren besteht aus dem Ausarbeiten einer Hausaufgabe, der Präsentation dieser Aufgabe an einem Aufnahmegespräch und der Beurteilung deiner Bewerbungsmappe mit deinen eigenen Arbeiten. Die Aufnahme erfolgt fortlaufend.

Vereinbare einen persönlichen Termin mit der Lehrgangsleitung für inhaltliche Fragen, Beratung oder einem Rundgang unsere Räume und Werkstätten.

Die entsprechenden Unterlagen findest du im Downloadbereich.

Allgemeine Bedingungen

Es gelten die AGB der Weiterbildung des GBS St.Gallen.

Gebühren

Schneller als gedacht bist du plötzlich im 6. Semester. Am Ende dieses Semesters wirst du deine Diplomarbeit vor einer externen Jury präsentieren.

Diplom CHF 1'500.– 
Preisänderungen bleiben vorbehalten.

Unterrichtskosten

Hier findest du das Schulgeld für jeden Lehrgang, unter Berücksichtigung der Interkantonalen Vereinbarung über Beiträge an die Bildungsgänge der Höheren Fachschulen (HFSV). Die Schule ist verpflichtet, Vollkosten zu rechnen.

  • Für Studierende mit Wohnsitz im Kanton St.Gallen oder aus Mitgliedkantonen der HFSV pro Semester CHF 3'100.–, 6 Semester total CHF 18'600.–.  Voraussetzung für die Beitragszahlungen der HFSV-Kantone ist das Einreichen eines Nachweises über die finanzielle Unabhängigkeit aufgrund einer Erwerbstätigkeit und den Wohnsitz in einem Mitgliedkanton während der Zeit von mindestens 24 Monaten vor Weiterbildungsbeginn.
  • Für Studierende innerhalb der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein gilt die volle Freizügigkeit bei der Wahl ihrer Weiterbildung. Alle 26 Kantone sowie das Fürstentum Liechtenstein sind der HFSV beigetreten

Hast du noch Fragen? Dann melde dich bitte beim Sekretariat.

Zusätzliche Kosten

  • Materialkosten pro Semester CHF 300.–
  • Gebühren Aufnahmeverfahren CHF 200.–
  • Gebühren Diplom CHF 1'500.–

Preisänderungen bleiben vorbehalten. 

Finanzielle Unterstützung

Falls für die Finanzierung der Ausbildung ein Stipendium oder ein Stipendiendarlehen benötigt wird, nimm bitte vor Beginn des Studiums Kontakt mit dem Stipendienamt deines Wohnortkantons auf.

Die Platzzahl im Lehrgang Industrial Design HF ist beschränkt, melde dich frühzeitig an.

Die Reihenfolge des Eingangs wird im Aufnahmeverfahren berücksichtigt. Bei Fragen nimm bitte Kontakt mit der Lehrgangsleitung auf.


  • Anmeldung möglich

Auf einen Blick

Start

Lehrgang 2023 – 2026:
August 2023

Lehrgang 2025 – 2028:
August 2025

Dauer

6 Semester, berufsbegleitend

Zeit

Freitag und Samstag sowie
3 Blockwoche pro Lehrgang

Ort

Schule für Gestaltung St.Gallen
Höhere Fachschule für Künste, Gestaltung und Design
Demutstrasse 115
9012 St.Gallen

  • Anmeldung möglich

Infoanlässe

Mittwoch, 29.03.2023, 19:00 Uhr Schule für Gestaltung,
Demutstrasse 115,
9012 St.Gallen
Mehr erfahrenIn Kalender eintragen

Mittwoch, 31.05.2023, 19:00 Uhr Schule für Gestaltung,
Demutstrasse 115,
9012 St.Gallen
Mehr erfahrenIn Kalender eintragen

Beratung

Gerne führt Markus Pawlick dich durch die Räume des Lehrgangs und berät dich über den Inhalt und den Bewerbungsablauf. Kontaktiere ihn per Mail

Kontakt

Natasa Maric

Sekretariat

Natasa Maric
Demutstrasse 115
9012 St.Gallen
T +41 58 228 26 22
natasa.maric@gbssg.ch

Markus Pawlick

Lehrgangsleiter

Markus Pawlick
markus.pawlick@gbssg.ch

Abteilungsleitung

Kathrin Lettner
kathrin.lettner@gbssg.ch