Kanton St.Gallen – Gewerbliches Beruf- und Weiterbildungszentrum St.Gallen

02.03.2022

# Gestaltung

Jana Nobel übergibt an Rosa Ventre

Linda Müntener
Linda Müntener
Kommunikation
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Nach acht Jahren hört Jana Nobel als Co-Lehrgangsleiterin des HF-Lehrgangs Interactive Media Design auf. Künftig wird Rosa Ventre den Lehrgang zusammen mit Alex Huldi leiten. Die Vision bleibt. Ein Blick zurück und nach vorne.

Als Jana Nobel den HF Lehrgang Interactive Media Design vor acht Jahren für die Schule für Gestaltung konzipierte, gab es diesen Begriff so noch gar nicht. Abteilungsleiterin Kathrin Lettner kam damals mit der Anfrage auf sie zu. Eine spannende Herausforderung. Wie will man von 0 auf 100 einen Lehrgang aus dem Boden stampfen? Jana Nobel, damals Creative Director bei Namics, nahm sich der Aufgabe an.

Von der Analyse bis zur Umsetzung

Sie startete mit der Reflexion ihres eigenen Schaffens, überlegte sich, was Studierende können müssten, was sie ihnen auf den Weg mitgeben will. Ihr wurde klar: Der Lehrgang muss praxisorientiert aufgebaut werden, der Fokus auf Konzept, Ideation und Gestaltung liegen. «Die Studierenden müssen in der Lage sein, kreative Lösungen zu konzipieren, die den Menschen den Alltag erleichtern.» Und zwar von der Analyse, über die Ideation, bis zu Konzept, Gestaltung und Umsetzung. Der Mensch steht dabei immer im Zentrum.

Der Lehrgang Interactive Media Design war bereit, als Co-Leiter kam Alex Huldi mit an Bord. Der Start auf dem Bildungsmarkt gestaltete sich nicht leicht. Dazu war der Begriff Interactive Media Design (IMD) noch nicht geläufig genug. «Viele dachten, das sei halt <irgendwas mit IT>», erinnert sich Jana Nobel. Dabei handelt es sich keineswegs um eine technische Ausbildung. «Es geht um die reine User-Experience. Wir gestalten die gesamte Interaktion und das Erlebnis.»

Während die Schule für Gestaltung diesen neuen Lehrgang auf den Markt brachte, veränderte sich die digitale Welt gleichzeitig rasend. Die Kommunikation verschob sich auf verschiedene virtuelle Kanäle, die Nachfrage nach interaktiven Medien stieg. Sei es im kleinsten digitalen Raum eines Smartphones oder im globalen virtuellen Raum einer Webseite oder einer interaktiven Installation. Lösungen mussten her, und für solche brauchte es gut ausgebildete Fachleute. So war das Interesse am zweiten IMD-Lehrgang gross. Seither sind die Plätze sehr begehrt.

Mehr Zeit für andere Projekte

Nach acht Jahren in der Lehrgangsleitung hat sich Jana Nobel nun entschieden, einen Schritt zurück zu machen. Neben ihrer Position als Head of Customer Experience bei Raiffeisen blieb zuletzt kaum Zeit, um sich in andere Themen einzuarbeiten, beispielsweise in Kunstprojekte. Das fehlt ihr. «Ich brauche wieder vermehrt Freiraum und Neues zu denken.» Der IMD-Lehrgang sei das grösste Projekt, das sie jemals realisiert habe. «Ich hoffe, ich konnte meinen Studentinnen und Studenten etwas weitergeben, was sie persönlich und beruflich bereichert und inspiriert.» Die Motivation ihrer Studierenden, der Wille etwas zu bewegen, das habe sie immer berührt. «Das gibt mir das Gefühl, etwas Nachhaltiges und Wertvolles hinterlassen zu haben.»

Den Studierenden Raum für Experimente geben

Mit ihrer Nachfolgerin schliesst sich dieser Kreis: Rosa Ventre war vor gut 20 Jahren selber eine Studentin von Jana Nobel, damals im Lehrgang Interaktive Medien am Zentrum für berufliche Weiterbildung (ZBW) in St.Gallen. 2015 stieg Rosa Ventre als Dozentin im Lehrgang Interactive Media Design ein. Sie ist also seit Anfang mit dabei. Eine ideale Ausgangslage, um den Lehrgang gemeinsam mit Alex Huldi weitervoranzubringen. Dozieren wird sie als Co-Lehrgangsleiterin weiterhin. «Es macht mir wahnsinnig viel Spass», sagt sie. «Ich will Menschen so ausbilden, dass sie am Markt bestehen können.» Als Inhaberin des Studios für visuelle Kommunikation «Matrix Design & Kommunikation» in Herisau weiss Rosa Ventre bestens, was in der Kommunikation mit Kunden zählt. Dieser Praxisbezug zieht sich durch den ganzen Lehrgang. «Das ist unsere Qualität.»

Daneben ist der neuen Co-Leiterin wichtig, den Studierenden Raum für Experimente zu geben. Sie sollen über ihre Grenzen hinaus gehen, selbst wenn das Ergebnis nicht perfekt werden sollte. «Man lernt etwas.» Das bringe die Studierenden nicht zuletzt in ihrer persönlichen Entwicklung weiter. Und auch für Rosa Ventre selbst ist ihre Aufgabe an der Schule für Gestaltung ein ständiger Prozess. «Ist man nicht up to date, wird man von den Studierenden schnell entlarvt», sagt sie und lacht. Die Einflüsse kommen von überall, die Technologie entwickelt sich weiter, die soziokulturellen Einflüsse gewinnen an Gewicht. «Ich bin ständig gefordert und genau das finde ich spannend. Es ist ein Geben und Nehmen.»

Mehr zum Lehrgang Interactive Media Design hier