Eine neue Sportart auszuprobieren – dafür ist der Sporttag da
Während der QV-Woche konnten die Lernenden beim Sporttag verschiedene Workshops und neue Sportarten ausprobieren. Ob Klettern, Tennis, Baseball oder Yoga, für alle war etwas dabei. Am Nachmittag stand dann das Spielturnier mit Unihockey und Fussball auf dem Programm.
Etienne, was ist dein persönliches Highlight am Sporttag?
Etienne Fischer, Lehrperson Sport und Allgemeinbildender Unterricht am GBS St.Gallen: Mein persönliches Highlight ist die Kooperation und Zusammenarbeit der Sportlehrpersonen und die Stimmung mit den Lernenden. Es ist schön zu sehen, wie motiviert die Lernenden sind, wenn sie einmal etwas anderes machen können als im normalen Sportunterricht. Am Sporttag haben wir mehr Zeit und können viel besser auf die einzelnen Lernenden eingehen. Die Lernenden können ihre Wünsche stärker einbringen und aus verschiedenen Angeboten wählen, was zu einer positiven Stimmung beiträgt.
Welche Sportart würdest du den Lernenden unbedingt empfehlen?
Die Sportart, die sie noch nie gemacht haben. Es kann gut sein, dass man merkt: «Das gefällt mir» oder «Das gibt es ja auch noch». Durch Abwechslung kann man Freude an verschiedenen Sportarten entwickeln oder einfach Freude an Bewegung allgemein gewinnen. Genau das ist unsere Hoffnung.
Dieses Jahr konnten die Lernenden Boxen auswählen. Wie stellt ihr euer Workshop-Angebot zusammen?
Letztes Jahr hatten wir den Nationaltrainer im Taekwondo hier. Dieses Jahr hatte er keine Zeit, weshalb wir einen Spezialisten im Brazilian Jiu-Jitsu und eine Trainerin im Boxen organisierten. Das Angebot richtet sich nach unseren Ressourcen. Zuerst schauen wir, welche Sportlehrpersonen welche Sportarten anbieten können. Zusätzlich werden wir von externen Fachpersonen unterstützt. Das bringt uns einen grossen Mehrwert. Gleichzeitig versuche ich, das mit einer Art Weiterbildung für die Lehrpersonen zu verbinden. Deshalb sind meistens mehr Sportlehrpersonen vor Ort, als wir eigentlich brauchen würden. So können sie bei den Workshops der externen Fachpersonen vorbeischauen und von ihnen lernen. Dieses Wissen können wir dann später auch untereinander weitergeben. Im Bereich Fitness und Ernährung ist zum Beispiel Victoryia sehr stark. Deshalb schaue ich, dass jede Sportlehrperson einmal ihren Workshop besucht. Beim Boxen haben wir Lehrpersonen ebenfalls weniger Erfahrung, deshalb lohnt es sich auch dort, bei den externen Fachpersonen zuzuschauen und von ihnen zu lernen.
Was ist das Hauptziel des Sporttags während der QV-Woche?
Während der QV-Woche findet kein normaler Schulbetrieb statt, da viele Lernende ihre Abschlussprüfungen absolvieren. Dafür werden zahlreiche Lehrpersonen benötigt, um die Prüfungen abzunehmen. Mit dem Sporttag können wir die Lehrerschaft etwas entlasten, indem wir die Klassen ohne Abschlussprüfungen betreuen. Gleichzeitig haben wir die Möglichkeit, den Lernenden etwas Besonderes anzubieten, das ausserhalb des normalen Sportunterrichts liegt.
Warum wissen die Lernenden erst am Sporttag definitv, welche Workshops stattfinden?
Es gibt sehr viele unbekannte Variablen. Eine davon ist das Wetter, das wir erst kurz vorher zuverlässig einschätzen können. Ein weiterer Faktor ist die Anzahl der teilnehmenden Lernenden. Zudem kann es vorkommen, dass ein Kurs nicht stattfinden kann oder eine externe Kursleitung kurzfristig ausfällt. Dadurch müssen wir manchmal noch Änderungen am Programm vornehmen. Ausserdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass viele Lernende am Tag selbst noch ihre Meinung ändern und lieber einen anderen Workshop besuchen möchten, zum Beispiel weil ihre Kolleginnen oder Kollegen nicht dabei sind. Deshalb präsentieren wir die definitiven Workshops erst am Morgen des Sporttags und teilen die Gruppen dann vor Ort ein.