Entwickler digitales Business pitchen Ideen für den ÖV von morgen
Bereits in ihrer vierten Schulwoche stellten sich die Lernenden Entwickler:in digitales Business EFZ des GBS St.Gallen einer echten Innovationsaufgabe. An der «eBusiness Challenge» der OST entwickelten sie digitale Lösungen für den öffentlichen Verkehr von morgen und präsentierten diese vor einer Jury.
John fährt lieber mit dem Auto, weil er die Reisezeit im Zug als wenig effizient empfindet. Die Gruppe mit Mauro, Lian und Ursin haben für ihre fiktive Persona John eine Lösung entwickelt: Spezielle Workspace-Abteile im Zug. Gegen einen kleinen Aufpreis könnten Reisende dort in einer ruhigen Umgebung mit grösseren Tischen und besser ausgestatteten Arbeitsplätzen arbeiten.
«Zeit effizienter nutzen» lautete dabei das zentrale Ziel der Entwickler digitales Business EFZ vom GBS St.Gallen. Ergänzend diskutierte die Gruppe auch Ansätze zur Verkürzung der Reisezeiten durch eine höhere Fahrtgeschwindigkeit des Zuges.
Tarifverbund OSTWIND als Auftraggeber
Seit 2008 führt die OST die «eBusiness Challenge» durch. Jugendliche aus Ostschweizer Gymnasien, Mittel- und Berufsschulen entwickeln dabei in Teams digitale Lösungen zu einer realen Aufgabenstellung aus der Wirtschaft. Der diesjährige Wettbewerb des Tarifverbunds OSTWIND lud dazu ein, den öffentlichen Verkehr konsequent aus der Perspektive junger Menschen zu betrachten. Unterstützt von Studierenden der OST arbeiteten die Teams während eines Tages an ihren Konzepten und bereiteten einen dreiminütigen Pitch für die Jury vor.
Sebastian Müller, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informations- und Prozessmanagement und Projektleiter der «eBusiness Challenge», äussert sich in einem Blog der OST beeindruckt: «Die eBusiness Challenge zeigte, wie viel Innovationskraft im Ostschweizer Nachwuchs steckt. Die 160 Teilnehmenden arbeiteten an einer realen Fragestellung und erlebten unmittelbar, wie aus einer ersten Idee ein überzeugendes Konzept entstehen kann.»
Am Ende des Tages bewertete eine Jury die Wettbewerbsarbeiten. Die ersten beiden Plätze gingen an Teams des Berufsbildungszentrums Herisau, Rang drei an die Kantonsschule am Brühl in St.Gallen. Als Preis erhielten die Siegerteams 4-Tages-Pässe für das OpenAir St.Gallen.
Reisen soll belohnt werden
Auch die Lernenden des ersten Lehrjahres Entwickler:in digitales Business EFZ des GBS St.Gallen pitchten ihre Ideen. Bereits in ihrer vierten Schulwoche entwickelten sie eigene Konzepte für die Mobilität der Zukunft. Thierry, Levin und Janik beschäftigten sich mit der Frage, wie man junge Menschen stärker zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs motivieren kann. Ihre Idee: Ein Loyalty-Programm für Vielreisende.
«Wenn man eine gewisse Anzahl Kilometer fährt, sammelt man Punkte», erklärt Thierry. Diese könnten beispielsweise für Vergünstigungen bei Kinos, Konzerten oder im Zugrestaurant eingelöst werden. So würde sich die Nutzung des ÖV noch stärker lohnen.
Eine App für alle OSTWIND-Angebote
Lara, Sarah und Moana analysierten verschiedene Lösungsansätze mithilfe einer Nutzwertanalyse. Die fiktive Persona Salome pendelt täglich zwischen Landquart, St.Gallen und Buchs und ist zusätzlich sportlich unterwegs. Das Team kam zum Schluss, dass eine zentrale Web-App die grössten Vorteile für Salome bieten würde. Dort könnten sämtliche Tickets gespeichert und mit einem Bonusprogramm kombiniert werden.
Je häufiger jemand mit dem öffentlichen Verkehr reist, desto mehr Punkte würden gesammelt. Diese könnten beispielsweise für Rabatte auf zukünftige Fahrten eingesetzt werden.
Sitzplatzsuche in Echtzeit
Levin, Eduard und Colin präsentierten einen sogenannten Seat-Finder. Das System soll Fahrgästen in Echtzeit anzeigen, in welchen Wagen freie Sitzplätze verfügbar sind. «Man steigt in einen Zug ein, sieht viele Leute und läuft durch mehrere Wagen auf der Suche nach einem Platz», beschreibt das Team den Ausgangspunkt ihrer Idee.
Technisch könnte dies über Sensoren in den Sitzen erfolgen. Gleichzeitig reflektierten die Lernenden auch kritisch über mögliche Herausforderungen wie die Installationskosten oder Fehlerquellen durch Gepäckstücke auf den Sitzen.
Ein erster Einblick ins Berufsfeld
Für viele Lernende war die «eBusiness Challenge» die erste Gelegenheit, an einer realen wirtschaftlichen und digitalen Fragestellung zu arbeiten. Sarah blickt positiv auf den Tag zurück: «Es war interessant, weil wir so etwas vorher noch nie gemacht hatten. Am Anfang war es eine Herausforderung, aber wir sind immer besser reingekommen.»
Innerhalb weniger Stunden mussten die Teams Ideen entwickeln, analysieren, bewerten und schliesslich vor einer Jury präsentieren. Genau diese Kombination aus Wirtschaft, Technik und Kommunikation prägt auch das Berufsbild der Entwickler:innen digitales Business EFZ.