Bausymposium St.Gallen: Internationale Speaker:innen diskutieren über Bildung und Raum
Das 6. St.Galler Bausymposium am GBS St.Gallen zeigt, wie Architektur zum aktiven Bildungsfaktor wird und das Lernen prägt. An der Fachtagung vom 5. und 6. November 2026 liefern Praxisbeispiele und Forschungserkenntnisse konkrete Impulse für die Zukunft. Das Lineup der Speaker:innen ist international und spricht alle Entscheidungsträger:innen an, die Bildungsräume zukunftsfähig planen, bauen und betreiben wollen.
Bildungsgebäude sind ein zentraler Hebel für die Qualität und Zukunftsfähigkeit von Schule. Lernprozesse werden nicht nur durch Lehrpläne und Didaktik beeinflusst, sondern in hohem Mass durch die räumlichen Rahmenbedingungen, in denen sie stattfinden. GBS-Rektor Daniel Kehl sagt: «Bildungsbau muss auf die Veränderungen der Zeit reagieren, Schulorganisation muss die Kultur und das Verständnis für neue Lehr- und Lernformen schaffen und in der Planung müssen beide Welten zusammenkommen.»
Architektur wirkt auf Verhalten, Interaktion, Konzentration, Identifikation und Motivation – und damit unmittelbar auf den Lernerfolg. Das diesjährige Bausymposium richtet sich an Architekt:innen, Planer:innen, Behörden und Schulleitungen aller Stufen. Geboten werden an der zweitägigen Fachtagung anfangs November Keynotes, Workshops, und Tabletalks von Expert:innen für und mit Expert:innen
«Bildungsräume sind weit mehr als physische Lernorte»
Eine der ersten Keynotes wird Julian Weyer halten. Der dänische Architekt ist Partner bei C.F. Møller Architects und Experte für innovative Architektur, Städtebau und nachhaltige Bildungsräume. Er arbeitet europaweit an Masterplänen, Infrastruktur- und Schulbauprojekten, bei denen Architektur, Landschaft und soziale wie ökologische Nachhaltigkeit zusammengedacht werden.
Am Starttag am Donnerstag, 5. November 2026, wird auch Prof. Dr. Andrea González in der Aula des GBS St.Gallen erwartet. Sie ist Expertin für Smart Building Management, nachhaltige Bauweisen und digitale Planung. Am Institut für Facility Management der ZHAW beschäftigt sie sich mit Smart Buildings, BIM und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Planungsoptimierung wie auch im Betrieb und der Vermarktung. «Das Kongressthema Bildung und Raum ist für meine Arbeit besonders relevant, weil Bildungsräume heute weit mehr sind als physische Lernorte», sagt Andrea González. Sie seien dynamische, soziale und technologische Umgebungen, die Lernen, Zusammenarbeit, Wohlbefinden und Teilhabe ermöglichen sollen.
Andrea González untersucht, wie Räume durch intelligente Gebäudetechnologien, nachhaltige Bauweisen und nutzerorientierte Planungsprozesse so gestaltet werden können, dass sie auf veränderte Bildungs- und Arbeitsformen reagieren. «Damit verbindet meine Arbeit räumliche Gestaltung, digitale Transformation und gesellschaftliche Verantwortung», so die Speakerin des 6. St.Galler Bausymposiums.
Speaker:innen aus Österreich, Finnland, Deutschland…
Auf die Denkanstösse von Hemma Fasch dürfen die Teilnehmenden des Bausymposiums ebenfalls gespannt sein. Sie prägt mit fasch&fuchs. architekten seit fast drei Jahrzehnten die österreichische Architekturlandschaft. Besonders im Schulbau entwickelt sie mit analytischer und unorthodoxer Herangehensweise Räume für neue pädagogische Konzepte und zeitgemässe Lernformen.
Bausymposium-Speaker Juho Grönholm ist Mitinhaber von ALA Architects in Helsinki. Er plant seit gut 30 Jahren öffentliche Gebäude und Kulturbauten in Finnland und international. Gemeinsam mit seinen Partnern erhielt er 2012 den Finnischen Staatspreis für Architektur. Als eines der führenden Büros einer neuen Generation nordischer Architekturbüros verfolgt ALA Architects konsequent das Ziel, auf allen Ebenen der Architektur neue Perspektiven, fliessende Formen und überraschende Lösungen zu entwickeln.
Speakerin Jule Sophie Leu von Andres + Partner Lichtplanung in Hamburg untersucht in ihrer Arbeit, wie Licht Konzentration, Orientierung und Wohlbefinden in Lernumgebungen fördern kann. Sie entwickelt Lichtkonzepte mit Fokus auf Tageslicht, Atmosphäre und flexible Nutzung.
Swissness im Programm
Am Freitag, 6. November 2026, stellt unter anderem Claudia Hug den Schweizer Bezug her. Claudia Hug ist seit 2017 Rektorin des Bildungszentrums Limmattal (BZLT) in Dietikon. Gemeinsam mit ihrem Team initiierte sie das mehrfach ausgezeichnete Unterrichts- und Lernraumkonzept n47e8, welches digitale und physische Lernwelten verbindet und neue Formen individualisierten Lernens ermöglicht. Ihr Fokus liegt auf zukunftsorientierter Schulentwicklung, Lernraumgestaltung sowie der Verbindung von Pädagogik, Technologie und Architektur.
Abgerundet wird das 6. St.Galler Bausymposium, welches die Baukaderschule St.Gallen zusammen mit conceptK als Presenting Partner organisiert und durchführt, mit einer Führung im Square der Universität St.Gallen. Anstelle klassischer Hörsäle entwarf der japanische Architekt Sou Fujimoto eine offene, vernetzte Architektur, die als Lernökosystem für die digitale Gegenwart und Zukunft dient.