Berufsschule hautnah erleben – vielen Dank für den Besuch OZ Kleewies
Besuch aus Diepoldsau: Rund 60 Schüler/-innen des Oberstufenzentrums OZ Kleewies erhielten einen Einblick in den Unterricht einer Berufsschule. Erste Eindrücke im Hinblick auf den Start im August sind gesammelt.
Wie unterscheidet sich der Unterricht an der Berufsschule im Vergleich zur Oberstufe? Als die Schüler/-innen aus dem Rheintal vorbeikamen, arbeiteten die angehenden Elektroinstallateure gerade am Fachzeichnen. Bei Christof Rietmann wurden Körper in der isometrischen Perspektive und in der Kabinettperspektive im Massstab 2:1 gezeichnet. Die Lernenden durften zuerst eine Viertelstunde lang konzentriert für sich an der Aufgabe arbeiten, danach besprach Christof Rietmann die Lösungen.
Den Oberstufenschüler/-innen fiel dabei auf, dass die Selbstständigkeit nochmals höher gewichtet wird. An der Berufsschule werden mehr Gelegenheiten geboten, ein Thema in Eigenregie zu vertiefen und individuell bei der Lehrperson nachzufragen. Dies fördert bewusst den Austausch mit den Sitznachbarn während des Unterrichts.
Wie gross ist der Unterschied überhaupt?
Es darf miteinander gesprochen werden, während die Lehrperson zwei Reihen weiter vorne auf eine einzelne Frage eingeht. «Solche Diskussionen finden auch im Berufsalltag statt», sagt Lehrperson Rolf Huwyler. Er unterrichtete die Automatiker während des Besuchsmorgen im Fach Zeichnungstechnik. Das Thema: Bemassung unsymmetrischer Formen.
Rolf Huwyler nahm sich Zeit und blätterte mit den Oberstufenschüler/-innen durch das Lehrmittel. Er erklärte ihnen, wie wichtig es für die Zusammenarbeit ist, dass Automatiker ein Verständnis für die exakten Zeichnungsvorgaben der Konstrukteure haben.
In insgesamt acht Gruppen aufgeteilt, besuchten die Oberstufenschüler/-innen weitere Fächer wie Allgemeinbildung, Englisch oder Sport. «Nehmt möglichst viele Eindrücke mit», empfahl Philipp Käppeli, Mitorganisator des Anlasses und Mitglied des ABU-Leitungsteam. Letztlich unterscheiden sich die Unterrichtseinheiten geringfügig, sind jedoch etwas anders strukturiert und bieten zusätzliche digitale Lernmöglichkeiten.
Eine Berufsschule, die Menschen vernetzt
Begrüsst und verabschiedet wurden die Oberstufenschüler/-innen in der Aula. GBS-Prorektor Jürg Pfeiffer sagte zu den Anwesenden: «Ich kann Ihnen heute schon gratulieren, dass Sie nächsten August eine Berufslehre beginnen.» Wie eine Umfrage unter den Gästen aus Diepoldsau ergab, deckt die Berufswahl das ganze Spektrum ab: Fachangestellte Gesundheit, Kauffrau, Schreiner oder Automatiker, um nur einige Berufe zu nennen.
Jürg Pfeiffer zeigte den Schüler/-innen einen IoT-Cube, der am GBS St.Gallen im Rahmen der IT-Bildungsoffensive des Kantons entwickelt wurde. Das Internet der Dinge (IoT) ermöglicht die Vernetzung und Kommunikation von Alltagsgegenständen und technischen Geräten. «Wir vernetzen hier am GBS St.Gallen nicht nur Dinge, sondern Menschen miteinander», sagte er und führte weiter aus: «Sie lernen gemeinsam als Klasse. Hier treffen Sie nicht nur auf Kollegen/-innen aus Diepoldsau, sondern aus der gesamten Ostschweiz.»
Als Beispiele, wie das Miteinander gelebt wird, verwies Jürg Pfeiffer auf die internationale «vETskillinG»-Projektwoche und den Support der Klasse ICT2a. Diese organisierte während den Einführungswochen für die neuen Lernenden im ersten Ausbildungsjahr den IT-Support. Gut möglich, dass einige vom OZ Kleewies diese Dienstleistung nächsten August als Lernende am GBS St.Gallen in Anspruch nehmen werden.