Design, Kommunikation, Event – «Dreierlei» Facetten kreativer Arbeit
«Dreierlei» steht für durchdachtes Design und beschäftigt gleich vier Mitarbeitende, die sich an der Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen weitergebildet haben. Im Studium HF Visuelle Gestaltung lag der Fokus auf dem gesamten Designprozess.
Von Alltag keine Spur, denn die Arbeit in einer Werbeagentur zeigt sich wunderbar vielfältig und kreativ. Auf der Agenturwebsite gibt das Team von «Dreierlei» im Blog einen authentischen Einblick in ihre Arbeit: Caroline sucht nach der idealen Schrift, Estelle entwirft neue Verpackungsideen und Sarina bringt eine Website online.
Währenddessen ist Linda mitten im Beratungsgespräch mit einem Kunden und Katia stimmt mit dem Caterer das Menü für den Kundenevent ab. Sabrina gibt dem Vereinsmagazin derweil den letzten Feinschliff.
Über diesen bunten Strauss an Kreativaufgaben sagt Estelle Müller: «Jeder Auftrag hat seinen speziellen Reiz und seine Herausforderungen. Wir lieben es besonders, Marken zu gestalten und sie zu positionieren.» Der Fokus von «Dreierlei» liegt auf einer sorgfältigen Analyse der Zielsetzungen, um darauf abgestimmte Konzepte und Massnahmen zu entwickeln. Die Botschaft soll konsequent auf verschiedenen Kanälen interessant wiedergegeben werden.
Gemeinsame Werte als Fundament
«Dreierlei» wurde 2019 von Katia Schmid (Event und Beratung), Caroline Inauen (Art Direction und Grafik) sowie Linda Inauen (Kommunikation und Beratung) gegründet. Caroline Inauen erinnert sich: «Wir alle hatten damals spannende Jobs, in denen wir jedoch zu wenig bewegen konnten. Das war der Impuls, es selbst zu versuchen und eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die uns Freude macht.»
Der Start war durch die Pandemie geprägt. Abrupt in der Akquisephase wurden die drei Kolleginnen gebremst. «Wir hatten immerhin erste Aufträge aus dem Baugewerbe, das in Appenzell stark verankert ist», sagt Caroline Inauen.
Seit der Gründung 2019 wächst «Dreierlei» Schritt für Schritt. Anfang 2025 folgte ein wichtiger Meilenstein: Estelle Müller steigt als Inhaberin ein – und die Agentur wird neu von vier Inhaberinnen geführt. Mit Sabrina Hänggi (Grafik) und Sarina Beti (Grafik & Webentwicklung) ist «Dreierlei» heute stark, vielseitig und bestens aufgestellt. Auch sie blicken auf eine Vergangenheit in den Unterrichtszimmern der Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen zurück.
Qualitätsmerkmal Schule für Gestaltung St.Gallen
Estelle und Caroline lernten sich bereits während der Berufsausbildung zur Polygrafin EFZ kennen. Beide entschieden sich dann wenige Jahre später für die berufsbegleitende HF-Weiterbildung Visuelle Gestaltung. Caroline gehörte dem Jahrgang 2015 bis 2018 an und Estelle absolvierte die sechs Semester zwischen 2017 und 2020. Beide bezeichnen die Zeit an der Schule für Gestaltung als wertvoll, unter anderem auch wegen den verschiedenen Dozierenden aus der Kreativwirtschaft. «Ich habe es immer sehr geschätzt, mich mit gleichgesinnten Personen zu unterhalten. Ich konnte ein spannendes Netzwerk knüpfen und habe Freundschaften gefunden, die heute immer noch halten», sagt Caroline Inauen.
Estelle Müller gefällt, dass der Lehrgang stark auf die konzeptionelle Denkweise ausgelegt ist. Da die Agenturinhaberinnen genau wissen, was im Riethüsli unterrichtet wird, fällt es ihnen leicht, Absolventen/-innen und aktuelle Studierende einzustellen. Estelle Müller erklärt: «Die Ausbildung an der Schule für Gestaltung ist ein Qualitätsmerkmal für uns. Bei Sabrina und Sarina wissen wir, dass wir nicht mehr darüber sprechen müssen, wie ein Designprozess aussieht.»
Impulse aus dem Team
Sabrina Hänggi sieht den Vorteil darin, dass die Module an der Schule für Gestaltung St.Gallen projektorientiert aufgebaut sind. «Das heisst, ich kann im gesamten Designprozess, von der Recherche bis zur Präsentation, viel Erfahrung sammeln und dabei an Routine und Selbstsicherheit gewinnen», erklärt die Absolventin des Jahrgangs 2021 bis 2024. Sarina Beti wird nächsten Sommer ihre Diplomarbeit abschliessen und sagt über ihre bisherigen Semester: «Ich habe erlebt, was dank Teamwork alles entstehen kann. Das hilft, denn hier in der Agentur arbeiten wir auch nicht allein an einem Projekt.»
Bei «Dreierlei» finden regelmässig Jour-Fix-Meetings statt, um den kreativen Austausch zu fördern und den Überblick zu behalten. Für Besprechungen, Inspiration und Aufgabenverteilung nutzt das Team zudem Slack als internes Kommunikationstool. Sabrina Hänggi schildert: «Wenn jemand an einem Punkt nicht weiterkommt, wird im Team weitergedacht.»
Zwischen den Welten
Davon profitieren Kundinnen und Kunden aus Appenzell, St.Gallen, Zürich oder sogar München. Unter anderem durfte «Dreierlei» kürzlich die 125-Jahre-Feier der Appenzeller Kantonalbank planen, gestalten und realisieren. Für das Pharmaunternehmen Dr. Niedermaier wurde mit dem Launch einer neuen Skincare-Linie ein Brand Refresh umgesetzt. «Wir haben uns die Experimentierfreude erhalten, die wir an der Schule für Gestaltung ausleben durften», sagt Caroline Inauen.
Damals im Unterricht konnten sie noch ohne Kosten- und Ressourcengrenzen eine Idee ausarbeiten. Gleichgeblieben ist, dass das Bauchgefühl manchmal über die Strategie obsiegt. Im Blog von «Dreierlei» steht dazu passend: «In einer Werbeagentur zu arbeiten bedeutet, ständig zwischen Welten zu wechseln: zwischen Kunden/-innen und Konsumenten/-innen, zwischen InDesign und Ideenwolken, zwischen lautem Denken und konzentriertem Schweigen.»