Enge Platzverhältnisse? Kein Problem für den Bauführer
Beim Bahnhof Weinfelden fahren die Züge mit reduzierter Geschwindigkeit ein und aus. Das hängt mit dem Neubau von 15 Eigentumswohnungen direkt neben der Bahnlinie zusammen. Bauführer Hank Rutishauser von der Tschanen AG Bauunternehmung meistert mit seinem Team die engen Platzverhältnisse. Der Absolvent der Baukaderschule St.Gallen lässt der Arbeitsvorbereitung (AVOR) eine noch strategischere Bedeutung zukommen.
Hank Rutishauser mag es, grössere Baustellen zu organisieren und komplexe Schalungen zu erstellen. Die Baustelle beim Bahnhof Weinfelden entspricht deshalb genau seinen Stärken. Ein spezieller Fokus liegt auf der Vibrationsdämmung. Die gesamte Baufläche wurde mit Schalldämmmatten versehen, damit Schwingungen von der Bahnstrecke ferngehalten werden können.
Aufgrund der Nähe zur Bahnstrecke und der Stromleitung ist auch der Platz für den Kranen beschränkt. Damit der Kran nicht mit der 20’000-Volt-Leitung in Berührung kommt, ist sein Schwenkradius begrenzt. «Dadurch muss das Material oft zweimal in die Hand genommen werden», sagt Hank Rutishauser. Deshalb sei es für die Mitarbeitenden wichtig, dass die Arbeitsabläufe gut vorausgeplant sind. «So können sie effizient arbeiten.»
Wertvolle Kontakte im Studium geknüpft
Mit der AVOR im Lean-Construction-Ansatz hat sich Hank Rutishauser bereits während seiner Zeit an der Baukaderschule St.Gallen intensiv auseinandergesetzt. Er durchlief den klassischen Weiterbildungsweg und besuchte als gelernter Maurer EFZ zunächst die Bauvorarbeiterschule. Anschliessend bildete er sich zum Baupolier weiter. Mittlerweile nimmt er als Bauführer wesentlich mehr Verantwortung war und ist für die Koordination und das Management von Baustellen verantwortlich.
Für den Unterricht an der Baukaderschule habe auch der Standort unmittelbar beim Bahnhof St.Gallen gesprochen, sagt der Thurgauer. Noch heute profitiert er vom Netzwerk, das er knüpfen konnte. Er erklärt: «Mit den Mitstudierenden aus den Weiterbildungen zum Polier und zum Bauführer bin ich immer noch in Kontakt. Du triffst dich hier in der Region immer wieder auf dem Bau.»
Auch beim Thema Arbeitssicherheit und im Umgang mit den SBB-Vorgaben zahlt sich das Studium aus. Um denselben Karriereweg wie er einzuschlagen, rät Hank Rutishauser: «Der Beruf auf dem Bau muss dir zusagen. Ansonsten ist alles gezwungen.» Wer Interesse und Freude an seinem Arbeitsalltag habe, bringe eigene Ideen ein und können Abläufe optimieren. Der Bauführer der Tschanen AG Bauunternehmung selbst macht vor, wie das gelingen kann.