Ganz viel Nähe zwischen Hamburg und dem GBS St.Gallen
Wenn Rektor Daniel Kehl Gäste empfängt, dann wird wieder einmal offensichtlich, wie viel am GBS St.Gallen läuft. In der Aula nahmen die Direktoren der Berufsbildenden Schulen aus Hamburg Platz und wurden über die verschiedensten Projekte informiert. Über allem stehe, dass das GBS St.Gallen ein Raum für Begegnung sei, so Daniel Kehl.
Sich aus- und weiterbilden wird immer wichtiger. Die Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt steigen stetig. Diese Veränderungen werden am GBS St.Gallen wahrgenommen, weshalb die Angebote entsprechend weiterentwickelt werden. Daniel Kehl erklärt den Gästen aus Hamburg: «Vereinfacht gesagt, sind die Menschen unser Input. Der Mensch steht bei uns im Mittelpunkt. Als Output generieren wir Erfolg. Dieser ist das Ergebnis engagierter Zusammenarbeit. Dazwischen liegt unsere Kernkompetenz, die Bildung.»
Rund 4500 Lernende werden wöchentlich in über 40 Berufen ausgebildet. In den vergangenen drei Jahren wurde am GBS St.Gallen daran gearbeitet, den Unterricht zeitgemäss nach dem 4K-Modell durchzuführen (Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken). Dario Bühlmann von den Technischen Berufen verwies darauf, dass die Lernlandschaft im vierten Stock im Riethüsli für weniger Frontalunterricht stehe – dafür für mehr selbstorganisiertes Arbeiten. «Meine Klasse repetiert jetzt gerade für eine Englischprüfung in den Lerninseln. Aufgrund der Rückmeldungen haben wir auch eine Lernbar eingerichtet. Unsere Lernenden gestalten mit», sagt Bühlmann zu den Interessenten aus dem hohen Norden Deutschlands.
Zufriedene Gäste aus Hamburg
Im Allgemeinbildenden Unterricht fördert Bühlmann auch das Unternehmerische Denken und Handeln der Lernenden. Ein eigenes Start-up muss kein Traum bleiben, sofern ein Kundenbedürfnis gedeckt oder ein gesellschaftliches Problem innovativ gelöst werden kann. Monika Stausberg von der Beruflichen Schule Itech gefiel, was sie hörte: «Ich fühle ganz viel Nähe zwischen unseren beiden Schulen. Das 4K-Modell, die Kompetenzen des 21. Jahrhunderts, sind auch bei uns ein Thema. Ich kann mir eine Kooperation zwischen unseren Schulen gut vorstellen.» Das wäre ganz im Sinne der internationalen Zusammenarbeit, die am GBS St.Gallen gepflegt und geschätzt wird.
Jörn Buck von der Beruflichen Schule Anlagen- und Konstruktionstechnik fand es anregend, zu erfahren, wie die Herausforderungen am GBS St.Gallen angepackt werden. «Die Schule als Ort für Begegnung finde ich ebenso einen spannenden Ansatz wie die Methode, ein Schulprogramm wie das 4K-Modell über drei Jahre hinweg zu entwickeln.»
«Die Ideen von allen sind so viel mehr»
Es hat seine Vorteile über einen längeren Zeitraum statt innerhalb eines Schuljahres zu planen. Es bedeutet jedoch auch, dass an den Projekten oft zusätzlich zu den Unterrichtsstunden gearbeitet wird. «Aber wir Lehrpersonen spüren den Mehrwert und merken, dass unsere Kultur Früchte trägt», sagt Dario Bühlmann. Für Daniel Kehl ist es entscheidend, dass von oben herab kein Masterplan als Raster vorgegeben wird: «Die Ideen von allen sind so viel mehr. Das 4K-Modell muss für die gestalterischen Berufe oder für die Bauberufe nicht gleich angewendet werden, wie für die Technischen. Das ist unsere Qualität.»
Ohne diese Kultur wären neue Angebote wie die BM2flex wahrscheinlich gar nicht möglich. Pro-Rektor Michael Bossart stellte die Berufsmatura vor, die nach der Lehre in vier Semestern berufs-, familien- oder sportbegleitend in einem Teilzeitstudium absolviert wird.
Auf Bildungsreise in St.Gallen
Die Direktoren der Berufsbildenden Schulen Hamburg besuchten den GBS-Standort im Riethüsli im Rahmen ihrer Bildungsreise. Während dem Aufenthalt in der Ostschweiz informierten sie sich am KBZ St.Gallen über die Reform der kaufmännischen Grundbildung und erhielten an der BZR Rorschach-Rheintal einen Einblick in die Digitalisierung der Berufsbildung. Zum Abschluss der Woche kehrten sie noch einmal ans GBS St.Gallen zurück. Diesmal informierten sie sich im Klosterviertel über die Brückenangebote, insbesondere über die Integrationsklassen.