Gemeinsam inszeniert: Mode und Fotografie im Zusammenspiel
Lernende der Ausbildung Fotomedienfachfrau:mann EFZ setzten gemeinsam mit angehenden Bekleidungsgestalter:innen ein Mode-Shooting um. Im Fokus stehen die Abschlussarbeiten der Bekleidungsgestalter:innen im letzten Lehrjahr, die professionell in Szene gesetzt werden.
Ein gutes Modefoto entsteht im Zusammenspiel vieler Faktoren: Pose, Licht, Styling und Kommunikation. Im Fotostudio im Kunsttrakt des GBS St.Gallen sind Anweisungen wie «Bitten den Oberkörper weiter nach vorne!» zu hören. Am idealen Bild wird gearbeitet. Bekleidungsgestalterin Melody platziert ihre Hände und sagt über die Zusammenarbeit mit Fotomedienfachfrau Sara und Fotomedienfachmann Karl: «Sie machen das richtig gut. Ich bin froh um diese professionelle Unterstützung.»
Als Lernender im zweiten Lehrjahr instruiert Karl und gibt Sara, die sich am Anfang ihrer Ausbildung befindet, Tipps. «Man stellt sich die perfekte Position vor, aber das klappt nicht immer. Dann müssen wir improvisieren», sagt er. Sara bezeichnet den Tag als sehr lehrreich: «Vor allem, weil wir lernen, ein Modell richtig in Szene zu setzen.»
Aufnahmen im Studio und Outdoor
Der erstmals durchgeführte Projekttag simuliert reale Arbeitsbedingungen. Von der Planung über das Styling bis hin zur Umsetzung erleben die Lernenden beider Berufe, wie ein professionelles Fotoshooting abläuft. Lehrperson Jürg Thalmann betont: «Die praktische Umsetzung der Theorie in einem realen Projekt schafft eine ganz andere Motivation. Es wird nicht einfach geübt, sondern es wird produziert.» Die Bilder werden für das Projektdossier über die Abschlussarbeit von den Bekleidungsgestalter:innen tatsächlich gebraucht.
Die Anforderungen an die Fotomedienfachfrauen:männer sind klar definiert: Pro Outfit sollen insgesamt sechs bis zehn finale Bilder entstehen. Dabei ist vorgesehen, dass mindestens drei Aufnahmen im Studio und drei weitere im Outdoor-Bereich realisiert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Arbeit mit unterschiedlichen Lichtstimmungen. Sowohl im Studio als auch draussen müssen jeweils mindestens drei verschiedene Lichtsituationen umgesetzt werden.
Die Bilder werden den Bekleidungsgestalter:innen als fertig retuschierte und bearbeite Dateien zur Verfügung gestellt.
Teamwork am Set
An ihrem Outfit gefallen Bekleidungsgestalterin Lena besonders die Ösen, welche arbeitsintensiv einzeln gestanzt wurden. «Sie geben dem Outfit den besonderen Effekt. Umso cooler ist es, dass ich professionelle Bilder dafür bekomme», sagt Lena. Sie steht für Alessandra, Fotomedienfachfrau im zweiten Lehrjahr, vor der Kamera. Gemeinsam diskutieren sie draussen auf der Terrasse des GBS-Restaurant Mampf über Bildwirkung und Inszenierung, um das Outfit optimal zur Geltung zu bringen.
Die Herausforderung sei es, sagt Alessandra, den Blitz richtig einzustellen und die Positionen zu finden. «Es ist ein Ausprobieren, bis man die richtige Einstellung gefunden hat», beschreibt sie den kreativen Prozess. Im Lehrbetrieb sei sie aktuell für die Passbilder zuständig. «Ich hatte schon erste Studioerfahrungen. Aber so einen Auftrag hatte ich noch nie», sagt Alessandra. In den nächsten Lektionen wird sie die Bilder nun bearbeiten und anschliessend Lena für das Projektdossier zur Verfügung stellen.