Hands-on-Mentalität: Gebäudeautomatiker/-innen HF wirken im Labor
Für die Gebäudeautomatiker/-innen HF erweitert das Zentrum für berufliche Weiterbildung ZbW seine Hard- und Software. «In unseren Labors werden wir einen praxisnahen Unterricht bieten», verspricht Lehrgangsleiter Thomas Michel. Mehr Informationen über den Lehrgang, den die Baukaderschule St.Gallen gemeinsam mit dem ZbW durchführt, gibt es hier.
Um an der Schnittstelle von Gebäudetechnik, Elektroninstallation und weiteren Gewerken zu arbeiten, werden die Studierenden in den Labors vieles selbst ausprobieren. Die Grundstruktur einer KNX-Busanschlussklemme ist im Labor bereits heute vorhanden. Thomas Michel erklärt: «Das ist kein klassischer Schalter. Hier wird programmiert, damit die Temperatur, das Licht oder die Beschattung automatisch reguliert wird. Es ist möglich, sehr viele Datenpunkte miteinander zu verbinden.» Eine zentrale Steuerung und Überwachung der Gebäudetechnik entsteht.
Die KNX-Technologie ist eine weltweit standardisierte Technologie für die Gebäudeautomation. Sie ermöglicht eine einfache Integration verschiedener Geräte und Sensoren. Dadurch können Gebäude effizienter betrieben und Energie eingespart werden.
Gefragte Spezialisten/-innen
Gebäudeautomatiker/-innen planen, konzipieren und betreiben Systeme, die Automation im und am Gebäude betreffen. «Es braucht Spezialisten/-innen, die die verschiedenen Gewerke kennen und miteinander verknüpfen», sagt Thomas Michel. Sie arbeiten als Projekt-, Team- oder Abteilungsleitende. Ihre Arbeitgeber sind Unternehmen der ICT, der Telekommunikation oder Systemtechnik. «Aber auch der Gebäudetechnik, der Elektroinstallation oder der Informatik.»
Deshalb wurden die Inhalte des neuen Lehrgangs Dipl. Gebäudeautomatiker/-in HF gemeinsam mit Ostschweizer Vertretern aus dem Gebäudeautomationsgewerbe zusammengestellt. «Damit bauen die Studierenden Kompetenzen auf, die bei den Arbeitgebern in der Region gefragt sind», erklärt Thomas Michel. Der Start des Lehrgangs ist am 23. Oktober 2023 geplant.
Modular aufgebaut
Im ersten Ausbildungsjahr erarbeiten sich die Studierenden ein vertieftes und breites Grundlagenwissen in Fächern wie Mathematik, Informatik, Elektrotechnik, Projektmanagement und Nachhaltiges Handeln. Je nach Klassengrösse besucht man den Unterricht mit Studierenden aus anderen Fachrichtungen.
In den oberen Semestern vertiefen die Gebäudeautomatiker/-innen ihr Wissen. Vom zweiten bis zum fünften Semester werden sie zum Beispiel ihre Programmierkenntnisse ausbauen.
Bewährt haben sich in der Vergangenheit auch die lehrgangsübergreifenden Projekte ab dem vierten oder fünften Semester. Studierende aus den HF-Lehrgängen Elektrotechnik, Maschinenbau, Systemtechnik und Informatik haben beispielsweise gemeinsam Medikamenten-Verteilroboter entwickelt, die in einem Spitalmodel Medikamente ausfassen und diese nach den Vorgaben des Pflegepersonals in die verschiedenen Patientenzimmer liefern.
Auch bei den Gebäudeautomatiker/-innen wird der Praxisbezug hergestellt. Es ist gut vorstellbar, dass die Aufgabe über Gebäudemodelle mit erneuerbaren Energien handelt.