Klima-Energie-Erlebnistag: Überraschung beim Einkaufen
Am Klima-Energie-Erlebnistag der Berufsschulklassen Stadt St.Gallen stand ein interaktiver Parcours mit Stationen zu Energie und Klima im Zentrum. Das Team der Non-Profit-Organisation Ökozentrum regte die Jugendlichen dazu an, über ihren Konsum nachzudenken. Zudem entdeckten die Klassen in diesem speziellen Allgemeinbildungsunterricht, wie sie privat und im Berufsalltag zur nachhaltigen Zukunft beitragen können.
Aktueller kann der Klima-Energie-Erlebnistag am GBS St.Gallen nicht sein. Während sich die Lernenden im Allgemeinbildungsunterricht mit dem Klimawandel und der Nachhaltigkeit auseinandersetzen, ist der Berg oberhalb von Blatten VS in Bewegung. Der Fellsturz erfolgt zu diesem Zeitpunkt in kleinen Abbrüchen – und ist eine der Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung, die die Lernenden im Verlaufe ihrer Berufsschulzeit kennen müssen.
Zu Beginn des Unterrichts repetiert das Team der Non-Profit-Organisation Ökozentrum das im Schullehrplan vorgegebene Grundwissen. Den Lernenden wird erklärt, wie der Treibhauseffekt entsteht…
… und die Lernenden dürfen zu Thesen Stellungen beziehen. Es stimmt zum Beispiel, dass die Erde ohne den natürlichen Treibhauseffekt im Schnitt über 30 Grad kälter wäre. Erst durch den natürlichen Treibhauseffekt ist Leben, wie wir es kennen, überhaupt möglich.
Das Problem heute ist nicht der Effekt selbst, sondern seine Verstärkung durch menschengemachte Emissionen. «Es geht uns jetzt nicht darum, euch etwas zu verbieten. Wir wollen euch Wissen vermitteln und aufzeigen, dass jede von euch selbst getroffene Entscheidung Konsequenzen hat», sagt «Ökozentrum»-Referentin Rahel zur ABU-Klasse.
Versteckte Energie sorgt für Aha-Erlebnis
Für «Ökozentrum» steht ausser Frage, dass sich junge Fachkräfte am Klimaschutz beteiligen sollen. Die Lernenden prägen mit ihrer Haltung und ihrem Wissen schon heute den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft mit. Um diese Verantwortung besser vermitteln zu können, waren die einzelnen Module des Klima-Energie-Erlebnistages als interaktiver Parcours gestaltet. Ein Überblick über die einzelnen Stationen:
- Energiezukunft der Schweiz: Im Gruppenbrettspiel treffen die Lernenden Investitionsentscheidungen und lernen wichtige Innovationen kennen, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen.
- Mobilität: Welches Verkehrsmittel verursacht wie viele Emissionen? Die Lernenden erleben den Berufsverkehr, planen eine Ferienreise und machen Emissionen sichtbar.
- Choose wisely: In Rollen wie CEO oder CFO treffen die Lernenden strategische Entscheidung und unterscheiden Greenwashing von echten Nachhaltigkeitsmassnahmen.
- Circular Economy: Die Lernenden erfahren, was Kreislaufwirtschaft ist und wie diese Umwelt und Budget schont. Abfallströme im Betrieb werden analysiert.
- Sustainable Finance: Anlageprodukte werden auf Performance und Nachhaltigkeit geprüft.
- Graue Emissionen in Lebensmitteln: Die Lernenden erfahren, was Ernährung mit dem Klima zu tun hat und überlegen, wie sie nachhaltiger essen können.
Beim letztgenannten Modul gingen die Lernenden auf Einkaufstour und erhielten am Self-Scanning-Automaten nicht etwa einen Kassenzettel mit einer Preisauflistung, sondern mit Informationen über den CO2-Ausstoss. Die versteckte beziehungsweise graue Energie bezieht sich auf die Energieleistung, du für ein Lebensmittel während der Herstellung/Verarbeitung, dem Transport und aufgrund der Verpackung anfällt. Es sollte nicht das einzige Aha-Erlebnis an diesem Tag bleiben.