Kurs Biodiversität: Ein Schulareal wird Lebensraum
Biodiversität ist keine Nebensache – das weiss Daniel Allenspach, Hauswart Oberstufenzentrum Mühlizelg in Abtwil. Dass Biodiversität essenziell für unser Leben ist, war ihm schon vor dem Tageskurs an der Baukaderschule St.Gallen bekannt. Jetzt ist aus Wissen etwas Handfestes geworden, denn der Kurs wurde direkt an seinem Arbeitsort durchgeführt. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden wurden auf dem Schulareal drei neue Sandlinsen angelegt.
Die neue Biodiversitäts-Landschaft auf dem Areal des Oberstufenzentrums Mühlizelg in Abtwil fällt nicht nur Schüler/-innen und Lehrpersonen auf. Gerade am Wochenende ist der Weg stark von Spaziergänger/-innen frequentiert. Hauswart Daniel Allenspach ist glücklich über das Ergebnis, denn die Biodiversität liegt ihm am Herzen: «Ich denke und handle nachhaltig, weil ich will, dass meine Enkel auch noch auf diesem Planeten leben können. Mit unserer Wegwerfgesellschaft habe ich Mühe.»
Daniel Allenspach imponierte, mit welcher Leidenschaft die 16 motivierenten Kursteilnehmenden innerhalb eines halben Tages ein Biodiversitätsprojekt umsetzen. Dazu gekommen ist es, weil Daniel Allenspach die Weiterbildung zum Hauswart mit eidgenössischem Fachausweis an der Baukaderschule St.Gallen besucht. Während des Unterrichts über Gartenbau ging er aktiv auf Christoph Sigrist zu, der gemeinsam mit Andreas Jakob den Tageskurs Biodiversität leitet. Sein Ziel: Die Anlage des Oberstufenzentrums optisch aufwerten und dabei kreativ vorangehen.
«Getraut euch, Biodiversitäts-Projekte umzusetzen»
Andreas Jakob und Christoph Sigrist führten bereits zum dritten Mal durch den Kurs Biodiversität. Ebenso oft war der beliebte Tageskurs ausverkauft. Auch für die kommenden Austragungen sind sie froh, wenn weitere Biodiversitäts-Projekte direkt vor Ort umgesetzt werden können (jetzt anmleden). Die Begeisterung der beiden Dozierenden sei ansteckend, sagt Daniel Allenspach. Er habe enorm profitieren können, denn die Kursleiter geben laufend Tipps. Besonders Eindruck machte ihm eine Studie aus Deutschland, die von den Dozierenden erwähnt wurden. «In den vergangenen 16 Jahren seien die Insekten in Deutschland um 75 Prozent zurückgegangen», zitiert Daniel Allenspach.
Im Tageskurs entdecken die Teilnehmenden nicht nur, was Biodiversität bedeutet. Sie erfahren auch ganz konkret, wie sie selbst Lebensräume für Tiere schaffen können. Sie lernen unter anderem, wie eine Totholzstruktur entsteht, worauf es beim Aufbau einer Wildhecke ankommt und wie Sandlinsen gepflegt werden.
Der Kurs richtet sich an Hauswartinnen und Hauswarte, Mitarbeitende im Gebäudeunterhalt und Werkhof – aber auch an alle anderen, die sich für Natur und Artenvielfalt interessieren. Die zentrale Botschaft bringt Kursleiter Andreas Jakob auf den Punkt: «Getraut euch, ein Biodiversitäts-Projekt umzusetzen. Nichts zu tun, wäre der falsche Weg.» Denn schon mit wenig Aufwand und einfachen Mitteln lässt sich viel bewirken.
Vom Bau zur Gebäudebewirtschaftung
Diese Meinung teilt Daniel Allenspach, der ursprünglich in der Baubranche zuhause war. Er betreute mit seinem Team Um- und Neubauten für ein privates Bauunternehmen. Den Teamgedanken, wie er auf dem Bau gelebt wird, trägt er bis heute weiter. «Wir haben auch in unserer Hauswart-Klasse an der Baukaderschule St.Gallen eine gute Stimmung und einen guten Zusammenhalt», sagt er.
Als Quereinsteiger sei er sehr froh über das umfangreiche Weiterbildungsangebot zum Hauswart. Er sagt: «Im Berufsalltag eines Hauswarts geht es längst nicht mehr nur ums Putzen. Ohne die im Unterricht vermittelten Kompetenzen über Gartenbau, Arbeiten in der Gebäudetechnik oder im Umgang mit Menschen ist es meiner Meinung nach gar nicht möglich, diesen Beruf auszuüben.»
Begeistert über die Blumenwiese
Dass Daniel Allenspach seine Tätigkeit als Hauswart im Oberstufenzentrum Mühlizelg ausüben kann, schätzt er aufgrund des Kontakts mit den Jugendlichen besonders. Als Schüler/-innen bei ihm nachsitzen mussten und bei der Blumenwiese halfen, seien diese mit Begeisterung dabei gewesen. Als Strafe wurde die Arbeit zur Freude von Daniel Allenspach definitiv nicht empfunden.
Er möchte die Neugier der Schülerinnen und Schüler für das Thema Biodiversität wecken und sie motivieren, der Umwelt Sorge zu tragen. Sowohl bei den neu angelegten Sandlinsen als auch beim bereits zuvor gebauten Bienenhaus informieren gut sichtbare Tafeln über die jeweiligen Lebensräume. Ebenso unübersehbar: sein mitreissendes Engagement für die Biodiversität.