Robocup: Der Roboter tut das, was von ihm verlangt wird
Es ist gar nicht so einfach, Robotern beizubringen, Produkte richtig zu platzieren. Aber es macht grossen Spass, wie die Robocup-Competition in der dänischen Stadt Roskilde zeigt. Fürs GBS St.Gallen nahmen vier Automatiker/-innen teil. «Eine Erfahrung, die mir fürs Berufsleben hilft», sagt Fiona.
Am Robocup lösen vier Schüler/-innen aus vier verschiedenen Ländern vier Teilaufgaben. In der Roskilde Tekniske Skole montierten die Teilnehmenden das Greifwerkzeug an einem Roboterarm. Anschliessend wurde der Roboterarm so programmiert, dass er die Teile nach einem Muster sicher bewegt.
Palettieren nennt sich dieser Vorgang. «Der Roboter musste die Werkstücke aufnehmen und so platzieren, wie von uns programmiert», erklärt Jan. Gemeinsam mit den Lehrpersonen Dominik Breu und Rainer Tanner reisten Jan, Nico, Noah und Fiona nach Roskilde. Die Automatiker im dritten Ausbildungsjahr meisterten die Aufgaben innerhalb der zugeteilten Gruppe mit ihren Kollegen/-innen aus Finnland, Dänemark, Norwegen oder den Niederlanden.
Internationales Teamwork
Kommuniziert wurde im Team auf Englisch. Für Fiona war rasch klar, dass sie diese Möglichkeit, die beruflichen Fähigkeiten und die Englischkenntnisse zu fördern, wahrnimmt. «Ich arbeitete sehr gerne im internationalen Team. Alle haben sich gut auf Englisch verständig», sagt die angehende Automatikerin. Das Handy kam als Übersetzungshilfe nie zum Einsatz.
Herausfordernder war es zu Beginn, die Aufgabe zu verstehen. Jan und Fiona berichten, dass viel ausprobiert wurde und diejenigen Gruppenmitglieder mit der grössten Erfahrung zuerst einmal das Vorgehen erklärten. Die Schwierigkeit war, dass sich die gewählte Programmierung leicht in Produktionsabläufe einbauen lassen musste. «Alles war Neu. Es war eine Erfahrung, die mir fürs Berufsleben hilft», sagt Fiona.
Ausflug nach Kopenhagen
Vom Robocup nehmen alle Teilnehmenden ein Diplom mit nach Hause. Am letzten Tag hatten die Gruppen eine Stunde Zeit, um einen Code zu generieren, der den Roboter so schnell wie möglich und fehlerfrei durch einen Hindernisparcours bringt. Von den sechs angetretenen Teams löste dasjenige mit Noah die Aufgabe am besten.
Obwohl es am Ende ein Siegerteam gab, waren die 24 Schüler/-innen während den fünf Tagen keine Konkurrenten. Wenn es das Programm zuliess, verbrachten sie die Freizeit im 30 Kilometer westlich gelegenen Kopenhagen. Nebst dem beruflichen Erfahrungsschatz wurde auch der Freundeskreis erweitert.
Was ist das Robocup-Projekt?
Robocup ist im Rahmen von Erasmus+ ein strategisches Kooperationsprojekt der Berufsfachschulen Roskilde Technical College (Dänemark), Kuben VET-College (Oslo, Norwegen), Keuda VET-College Järvenpää (Finnland) und Egibide Vocational College (Baskenland, Spanien). Während zwei Jahren werden durch internationale Teams von Lernenden in je einer Woche Robotik-Herausforderungen gelöst. Bei den Micro-Challenges werden die Teams von Lehrpersonen der vier Projektpartner begleitet. Dabei geht es zum Beispiel darum…
- einen speziellen Greifarm für den Schulungsroboter zu entwickeln,
- die Software-Steuerung zur Erfüllung verschiedener Aufgaben zu erstellen,
- sicherheitstechnische Lösungen für den Betrieb zu finden
- und den produktiven Dauerbetrieb sicherzustellen.
Den Lernenden-Teams stellen sich dabei vielfältige Herausforderungen, sowohl aus ihrem Fachbereich der Automation, Robotik und Informatik, als auch im Bereich der Soft-Skills und Teamentwicklung.