Tatatataaaa – das St.Galler Fasnachtsplakat 2026 wird…
Das offizielle St.Galler Fasnachtsplakat 2026 ist gewählt. Eine Polygrafin oder ein Polygraf im zweiten Ausbildungsjahr hat es entworfen. Präsentiert wird es erst am 11. November 2025 um 11:11 Uhr vom Fenster des Fondue-Beizli in der Brühlgasse aus. Wer bei diesem Blog genau zwischen den Zeilen liest, erfährt eventuell bereits heute, wie die St.Galler Fasnacht beworben wird. Die Ideenfindung einzelner Lernenden in der Bildergalerie gibt erste Anhaltspunkte.
Die Klasse der Polygraf/-innen im zweiten Ausbildungsjahr von Karin Schwarz hat sich einer ganz besonderen Herausforderung gestellt: dem offiziellen Fasnachtsplakat der Stadt St.Gallen. Vom 12. bis 16. Februar 2026 soll es nicht nur für Aufmerksamkeit sorgen, sondern auch Emotionen wecken. Genau diesen Anspruch setzten die Lernenden mit viel Herzblut um.
Die Jury, bestehend aus Mitgliedern des Fasnachtskomitees und Experten/-innen der E-Druck AG, war beeindruckt. «Ein schwieriger Entscheid», sagt Fasnachtspräsident Oskar Seger über die 13 zur Auswahl präsentierten Sujets. «Jedes erzählt seine eigene Geschichte. Genau das ist für uns wichtig – eine visuelle Geschichte mit kultureller Signalwirkung.» Monika Zuffelato vom Fasnachtskomitee ergänzt: «Alle haben sich dermassen Mühe gegeben, dass es enorm schwierig ist, sich nur für eine Idee zu entscheiden.»
Zwischen Nostalgie und Zukunft
Das Ziel der Lernenden war es, die Atmosphäre der Fasnacht auf Plakat, Flyer und Pin zu übertragen. Der Bezug zur Stadt durfte dabei nicht fehlen. Bereits bekannte Motive wie der Bär, das Kloster oder die Bratwurst wurden geprüft und kritisch hinterfragt. «All das ist schon so oft vorgekommen. Ich habe mich deshalb dafür entschieden, den Gauklerbrunnen vor dem Kunstmuseum in Szene zu setzen», meinte die angehende Polygrafin EFZ Andjela Stevanovic von E-Druck.
Nicolas John von der SL Druck Media AG spielt selber in der Gugge Vilters und hat sich beispielsweise vom St.Galler Fasnachtsplakat aus dem Jahr 1998 inspirieren lassen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz transportierte er es in die heutige Zeit und sorgte dadurch dafür, dass erstmalig ein Realelement auf einem Fasnachtsplakat der Gallusstadt abgebildet ist.
Tanzende Buchstaben im Konfettiregen
Die entstandenen Entwürfe sind vielfältig und durchdacht, wie die beiden Beispiele erahnen lassen. Konfetti, Musikinstrumente, tanzende Buchstaben und lokale Wahrzeichen wurden kreativ umgesetzt. Janine Frei von der Toggenburger Druckerei betont: «Wir konnten neue Erfahrungen sammeln, die uns im Berufsleben helfen werden.» Sie platzierte das Veranstaltungsdatum bewusst prominent rechts und erklärte der Jury: «Die Leserichtung beeinflusst unsere Wahrnehmung.»
Auch Jennifer John von der AVD Goldach sagte nach ihrer Präsentation: «Vielen Dank für die Chance, etwas so Buntes und Verspieltes zu entwerfen.» Lehrperson Karin Schwarz erfreute sich am Prozess, den die Klasse durchlief. Gerade das Präsentieren vor externen Personen sei wertvoll gewesen. Sie hebt zudem hervor, dass die Lernenden auch in ihrer Freizeit fleissig an den Umsetzungen gearbeitet haben.
Präsentation vom Fenster des Fondue-Beizli
Zum zweiten Mal arbeitete die Fasnachtsgesellschaft mit der Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen im Hinblick auf die diesjährige Fasnacht zusammen. Polygrafin Lara Hüttenmoser überzeugte mit ihrem Sujet, das einen närrisch gut gelaunten sowie kunterbunten Fasnächtler darstellt. Im Hintergrund ihres Werkes steht der Turm der Kathedrale auf dem Kopf.
Wer in die Fussstapfen von Lara Hüttenmoser tritt, bleibt bis zum Fasnachtsauftakt am 11. November 2025 ein gut gehütetes Geheimnis.