Unfall oder geiles Leben? Roadcross sensibilisiert junge Erwachsene
Im Allgemeinbildenden Unterricht sprach David Mettler von der Stiftung Roadcross mit den Lernenden über Verkehrssicherheit. Seine wichtigste Botschaft: Beifahrer/-innen tragen Verantwortung und dürfen Nein sagen, wenn sie sich unsicher fühlen, bevor es zu spät ist.
Ein Beispiel, das betroffen macht, ist die Geschichte von Abra. 2017 war sie Beifahrerin bei einem Unfall, der ihr Leben für immer veränderte. Der Fahrer verlor beim Überholen die Kontrolle über das Auto, das schwer verunglückte. Abra überlebte mit schweren Verletzungen und einer lebenslangen Lähmung. Ihr Freund verstarb im Krankenhaus. Sie musste ihre Ausbildung abbrechen und kämpft bis heute mit den psychischen Folgen. «Ein Bruchteil einer Sekunde kann dein ganzes Leben verändern», sagt sie rückblickend.
Verantwortung als Beifahrer/-in
Abra vertraute dem Fahrer an diesem Abend. Heute weiss sie: Beifahrer/-innen können mitreden, sich gegen eine riskante Fahrt entscheiden oder aussteigen. «Könnt ihr damit leben, wenn etwas passiert?», fragt Roadcross-Moderator David Mettler die Lernenden in der Aula des GBS St.Gallen. Die Reaktionen darauf sind eindeutig. Niemand möchte für immer mit Schuldgefühlen oder den Konsequenzen eines Unfalls leben müssen.
Junge Menschen besonders betroffen
Statistisch gesehen sind junge Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren am häufigsten in Verkehrsunfälle verwickelt, sei es mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad. Oft sind Unfälle eine Konsequenz früherer Entscheidungen. Wer sich bewusst ist, welche Risiken Ablenkung, Alkohol oder Drogen im Strassenverkehr mit sich bringen, kann aktiv Unfälle vermeiden.
Ablenkungen im Strassenverkehr
Ablenkung ist eine der Hauptursachen für Unfälle. Dazu gehören:
- Handynutzung
- Gespräche mit Beifahrer/-innen
- Musik
- Müdigkeit
- Essen und Trinken
Die Lernenden konnten in interaktiven Übungen selbst erfahren, wie schnell die Reaktionszeit verlängert wird, wenn man nicht aufmerksam fährt. So kann eine Sekunde Unaufmerksamkeit bereits darüber entscheiden, ob man rechtzeitig vor einem Zebrastreifen stoppt oder 14 Meter weiter erst zum Stehen kommt.
Hilfe nach einem Unfall
Nach einem Unfall steht Roadcross Betroffenen zur Seite. Die Organisation bietet psychologische und juristische Hilfe sowie Unterstützung bei Versicherungsfragen. «Auch wenn ihr einfach mit jemandem reden möchtet, dürft ihr gerne Kontakt mit uns aufnehmen», meinte Mettler. Die Telefonnummer der Helpline lautet: 044 310 13 13.
Zur Webseite von Roadcross geht es hier.
Alkohol und Drogen – teuer und lebensgefährlich
Junge Fahrer/innen mit dem «grünen L» müssen eine 0,0-Promillegrenze einhalten. Später sind 0,5 Promille erlaubt, doch Restalkohol kann auch gefährlich sein. «Schaut darauf, wann ihr das letzte Mal Alkohol getrunken habt, auch am Sonntagmorgen ist noch Alkohol im Blut», mahnt Mettler.
Drogen wie Cannabis haben ebenso schwerwiegende Folgen. Roadcross zeigte das Beispiel von Sandro, der bekifft einen Unfall verursachte. Er musste 1,3 Millionen Franken an Kosten übernehmen und zahlte 15 Jahre lang 1500 Franken pro Monat an die Versicherung. Wer unter Drogeneinfluss fährt, riskiert nicht nur seinen Führerschein, sondern auch Schulden, die das Leben lange belasten.