Urban Art begeistert: «Graffiti kann alle erreichen»
Wenn am 2. Mai 2026 die ersten Farbwolken in der Luft hängen, ist klar: Lionel Umbricht führt durch den Tageskurs «Urban Art – Graffiti». Hier lernen die Teilnehmenden, wie man mit der Spraydose sicher umgeht und gestaltet. Für den Kurs der Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen können sich Interessierte jetzt anmelden.
Worauf bist du in deinem nächsten Kurs besonders gespannt?
Ich freue mich vor allem auf die Durchmischung der Gruppe. Beim letzten Mal waren Teilnehmende zwischen zwölf und sechzig Jahren dabei. Besonders schön ist auch, dass der Kurs zunehmend mehr Frauen anzieht. Die Graffitiszene braucht definitiv mehr weibliche Künstlerinnen. Mir ist es wichtig, den Nachwuchs zu fördern und Menschen für Urban Art zu begeistern.
Was fasziniert dich persönlich an Urban Art und Graffiti?
Besonders faszinierend finde ich, wie Urban Art Menschen einen niederschwelligen Zugang zur Kunst ermöglicht, gerade solchen, die sonst vielleicht kein Museum besuchen würden. Graffiti kann jede und jeden erreichen.
Woher holst du deine Ideen?
Meine Inspiration kommt aus meinem Alltag. Ich fotografiere viele meiner Referenzen aus der Natur, aus dem Leben und den Menschen um mich herum selbst. Meine Kamera habe ich fast immer dabei.
Was lernen die Kursbesucherinnen und -besucher bei dir?
Im Kurs lernen die Teilnehmenden den sicheren und kreativen Umgang mit der Spraydose. Dazu gehören Grundlagen wie der richtige Abstand zur Wand, die Geschwindigkeit der Bewegungen und wie diese den Strich beeinflussen. Wir üben das flächige Füllen, das saubere Ziehen von Outlines und den Aufbau eines Motivs. Ein weiterer wichtiger Teil ist der Verhaltenskodex an legalen Wänden.
Was meinst du damit?
Was darf übermalt werden – und wie macht man das respektvoll? Wenn man ein neues Bild malt, sollte man immer die gesamte Fläche sauber überdecken und nicht einfach in bestehende Werke hineinmalen. Auch der richtige Umgang mit leeren Dosen und deren Entsorgung gehört dazu.
Was ist die grösste Herausforderung im Umgang mit der Spraydose?
Für Anfängerinnen und Anfänger ist die grösste Herausforderung, nicht zu viel auf einmal zu wollen. Viele möchten gleich sehr detailreich arbeiten. Dabei ist es wichtig, gross und flächig zu beginnen und ein Gefühl für das Werkzeug zu entwickeln. Alles Weitere kommt mit der Übung.