«WinterSpring 2026»: IoT trifft auf Savogniner Schnee
Wenn junge Erwachsene mit einem IoT-Cube auf der Piste in Savognin unterwegs sind, dann findet die Projektwoche «WinterSpring» statt. Je zwölf Lernende des GBS St.Gallen und dem Graphic Lyceum Rotterdam vertieften sich in die Datenverarbeitung und Sensortechnologie. Das Projekt «WinterSpring» fand zum dritten Mal statt und wird finanziell unterstützt von Movetia, der nationalen Agentur für Austausch und Mobilität.
Oft sind es die unerwarteten Momente, die in Erinnerung bleiben. So überraschte Helmut Andres, Vorsteher der Reformierten Kirchengemeinde Bivio-Surses, die Teilnehmenden von «WinterSpring». Im Kirchgemeindehaus Savognin, umgeben von IoT-Puppenhäusern, erzählte er nicht nur von der Gemeinde, sondern auch von seinem persönlichen Interesse am Internet der Dinge. Er stellte sein eigenes Projekt zur drahtlosen Übertragung von Orgelmusik vor.
In diese Materie arbeiteten sich die Lernenden zu Beginn der Projektwoche ein. Sie versuchten unter anderem, einen Anwendungsfall zu finden, bei dem Daten aus dem IoT-Cube und die Aktoren des Puppenhauses zusammen genutzt werden. Eine Möglichkeit ist ein Sensor, der merkt, dass es im Puppenhaus zu warm ist und sich deshalb das Fenster automatisch öffnet. «Als Elektroniker ist mir manches bekannt», sagt Dominik vom GBS St.Gallen, «aber ich habe zum Beispiel noch nie derart vertieft mit dem Internet of Things oder im Speziellen mit Node-RED auseinandergesetzt.»
GPS-Daten auf der Skipiste gesammelt
Jeweils am Vormittag waren die Lernenden auf den Skipisten in Savognin unterwegs. «Ich bin noch nie zuvor Skigefahren», sagt Celine vom Graphic Lyceum Rotterdam. Die gesamte Woche mache ihr Spass und sie lerne neue Personen und Technologien kennen. «Wir sind gut eingeführt und unterrichtet worden», so Celine. Zur Hälfte der Projektwoche waren die Lernenden fast vollständig auf der Piste unterwegs und trugen die vorbereiteten IoT-Cubes in ihren Rucksäcken mit.
Während des Skifahrens sammelten sie GPS-Daten, die später analysiert und verglichen wurden. Die konzentrierte Stimmung war ein Beweis dafür, dass die Verbindung zwischen Praxis und Technik gut ankommt. Die Lernenden mit einem technischen Beruf unterstützen dabei ihre Kollegen:innen aus den anderen Fachrichtungen. Elektroniker Gil erklärt: «In meinem Kopf ist es logisch, aber es jemandem, der nicht vom Fach ist, auf Englisch zu erklären, ist herausfordernd.»
Der Abschied fällt schwer – Wiedersehen in Rotterdam
Interessiert waren die Lernenden auch dabei, als Michael Hohl vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SFL in Davos ein Inputreferat hielt. Unter anderem berichtete er, wie stationäre Kameras im Gelände eingesetzt werden, um aus der Ferne kontinuierlich Bilder der Schneesituation und Geländeprozesse zu erfassen. Diese werden für Analyse- und Modellierungszwecke genutzt.
Die «WinterSpring»-Teilnehmenden ihrerseits nutzten ihr neues Wissen, um zum Abschluss der Woche eine Geschäftsidee präsentieren zu können. Nach dem sie in die «Design Thinking»-Methode eingeführt wurden, überlegten sie sich, was ihnen die Technik ermöglichen könnte.
Teilnehmerin Annelot blickt gerne auf die Zeit in Savognin zurück. An einem Abend habe sie sich zweieinhalb Stunden lang darüber unterhalten, wie es ist, in der Schweiz zu leben. Die Kommunikations- und Marketingstudentin aus den Niederlanden sagt: «Die gemeinsamen Aktivitäten haben grossen Spass gemacht. Mein Englisch hat sich enorm verbessert. Der Abschied von den Freundschaften fällt schwer, doch wir werden uns im Frühling in Rotterdam wiedersehen.»