Wursten, Sport, Tracking – grenzenlose Vielfalt im Stundenplan
Wenn die Qualifikationsverfahren auf Hochtouren laufen, liegt die Spannung in den Schulhäusern des GBS St.Gallen spürbar in der Luft. Für Nicht-Abschlussklassen wird ein attraktives Rahmenprogramm geboten: Sporttage, Exkursionen und Workshops. Die Küchenangestellten/-innen EBA verarbeiteten ein halbes Schwein zu verschiedenen Würsten.
Eine Appenzeller Bierbratwurst besteht aus Schweinsschulter, Schweinsbrust, Bratwurstbrät und Appenzeller Bier. Das wissen jetzt auch die Küchenangestellte/-innen EBA, die dem Ende ihres ersten Ausbildungsjahres zusteuern. In den Räumlichkeiten der Ostschweizer Gastronomiefachschule St.Gallen durften sie mit Andreas Meier von der Metzgerei Bechinger wursten.
Dafür wurde zuerst ein Schwein verarbeitet. «Das sehen die jungen Berufsleute nur hier im Unterricht. Im normalen Arbeitsalltag haben sie kaum die Möglichkeit dazu», sagt Andreas Meier. Er testete sogleich, was den Lernenden von der Theorie geblieben ist:
- Was wird aus einem Schweinsnierstück gemacht? Antwort: Cordon Bleu, Schnitzel, Steak
- Darf ich ein Schnitzel aus einem Schweinsnierstück Wienerschnitzel nennen? Antwort: Nein, denn ein Wienerschnitzel besteht aus Kalbsfleisch. Die Bezeichnung «Schweinsschnitzel nach Wiener Art» ist erlaubt.
- Beim Stotzen eines Schweins verlaufen die Muskelfasern in Längsrichtung durch die grossen Muskelstränge (zum Beispiel Nuss und Eckstück). Die Fasern ziehen von einem Muskelansatz zum anderen, meist relativ geradlinig. Warum schneidet man gegen die Faser? Antwort: Weil so die Muskelfasern gekürzt werden. Kurze Fasern bedeuten zarteres Fleisch beim Kauen. Bleiben die Fasern lang, wirkt das Fleisch zäher, weil die Fasern mehr Widerstand beim Beissen leisten.
1 Kilo Wurst pro Lernende/-r
In Gruppen aufgeteilt, widmeten sich die Lernenden jeweils einer Schweinsbratwurst, einer Salsiccia oder einer Appenzeller Bierbratwurst. Ziel war es, dass am Ende jede und jeder ein Kilo Wurst mit nach Hause nehmen konnte. Für die Bierbratwurst mussten zuerst Schweineschulter und Schweinebrust in wolfgerechte Stücke geschnitten, mit Kochsalz, Zwiebeln und Gewürzen vermischt und anschliessend zweimal durch die 5-Millimeter-Scheibe gewolft werden.
Die Küchenangestellten/-innen mischten das gewolfte Fleisch in einer Schüssel sorgfältig mit dem Bier, bis eine homogene, bindige Brätmasse entstand. Diese wurde schliesslich in die vorbereiteten Därme gefüllt und nach Wunsch portioniert.
Die Datenspur im Netz
Währenddessen unternahmen andere Klassen Exkursionen. Die Polygrafen/-innen zum Beispiel besuchten das Typorama in Bischofszell und entdeckten, wie früher als Schriftsetzer/-in gearbeitet wurde. Zum Abschluss setzten die Lernenden eine Visitenkarte selber mit Blei-Buchstaben.
Die Informatiker ihrerseits absolvierten am Standort Demutstrasse verschiedene Posten. Beim ersten erfuhren sie Trackingmöglichkeiten anhand interaktiver Videos selber. Beim zweiten befassten sie sich mit Cookies. Die Lernenden erstellten Cookies mit JavaScript, lasen sie aus und löschten sie wieder. Beim dritten Posten setzten sich die Teilnehmenden kritisch mit Big Data und Algorithmen auseinander. Sie informierten sich über den wirtschaftlichen Nutzen von Daten und überlegten sich, welche Geschäftsmodelle denkbar sind.
Rhönrad, Taekwondo und Flag Football
Die Sportlehrpersonen legten sich ebenfalls ins Zeug, damit die Lernenden ins Schwitzen kamen. Während der QV-Woche wurden mehrere Trainingseinheiten durchgeführt. Dieses Jahr durften sich die Lernenden in der Sportart Flag Football versuchen (American Football ohne Tackles).
Neu konnten sie auch das Gefühl erleben, sich im Rhönrad zu drehen. Das Rhönrad verbindet Bewegung, Mut, Präzision sowie Spass – und eignet sich deshalb bestens für die Sporttage am GBS St.Gallen. Beliebt und intensiv war auch die Taekwondo-Trainingseinheit mit Peer Steinkellner, dem Trainer des Schweizer Taekwondo-Nationalteams.