BM2flex ARTE: «Wir freuen uns sehr auf die Projekte der Lernenden»
Die BM2flex am GBS St.Gallen wächst weiter und eröffnet ab August 2026 noch mehr Möglichkeiten. Neben Klassen in Technik, Architektur, Life Sciences (TALS), Gesundheit und Soziales (GESO) starten erstmals Lernende in Gestaltung und Kunst (ARTE). Mit ihrem flexiblen Konzept und klaren Strukturen ermöglicht die BM2flex, die Berufsmaturität in zwei Jahren berufs-, familien- oder sportbegleitend zu erreichen. Die BM2flex-Dozentinnen Olivia Büchel und Rafaela Fuchs freuen sich darauf, die kreativen ARTE-Klassen auf ihrem Weg zu begleiten.
88 Prozent der bisherigen BM2flex-Absolventen/-innen empfehlen den Lehrgang weiter. Das geht aus einer externen Umfrage durch die Pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG) hervor. Besonders geschätzt werden das flexible eigenverantwortliche Lernen und die Möglichkeit, Berufstätigkeit und/oder Sport mit der Berufsmaturität zu kombinieren. Diesem Bedürfnis wird ab August 2026 noch besser Rechnung getragen. Einerseits startet am GBS St.Gallen mit der BM2Sportflex ein Angebot, das sich an engagierte und motivierte Spitzensportler/-innen richtet.
Andererseits kommen auch Berufstätige aus der Design- und Kunstszene in den Genuss, die Berufsmaturität zeitlich und flexibel zu absolvieren. Rafaela Fuchs und Olivia Büchel, worauf freuen Sie sich besonders, wenn Sie im August die erste BM2flex-Klasse der Ausrichtung ARTE begrüssen dürfen?
Olivia Büchel: Ich freue mich sehr auf die Projekte, die wir während des Präsenzunterrichts direkt im Schulhaus Bild zu sehen bekommen. Zwar begleiten wir die Lernenden auch unter der Woche online, doch bei den Arbeiten, die sie zuhause umsetzen, werden bestimmt einige schöne Überraschungen auftauchen. Genau diese Vielfalt lässt den Präsenzunterricht in einer ganz neuen Form aufleben.
Rafaela Fuchs: Im Präsenzunterricht dürfen wir das Spielerische zelebrieren. Besonders gespannt bin ich auf das erste Semester, in dem ich Zeichnen unterrichten darf. Die Lernenden erarbeiten sich die Theoriegrundlagen über Moodle selbst, und vor Ort können wir coole Übungen wie Blindzeichnen oder Zeichnen mit verdrehten Händen ausprobieren. Dass die Lernenden zusätzlich zur BM2flex ARTE einem Arbeitspensum von maximal 60 Prozent nachgehen, wird sich auch auf die Projekte auswirken. Sie können ihre Aufgaben direkt mit der Berufswelt verknüpfen.
Olivia Büchel: Als Lehrpersonen dürfen wir uns auf das einlassen, was ausserhalb des Klassenzimmers entsteht, und setzen uns dafür ein, den persönlichen Stil der Lernenden und ihre individuelle Entwicklung zu fördern.
Auf Basis des Blended-Learning-Ansatzes werden die Lernenden im selbstorganisierten Lernen, mit Präsenzunterricht sowie Beratungs- und Fachcoaching-Angeboten zur kantonalen Berufsmaturitätsprüfung begleitet. Wie stellen Sie sicher, dass die ARTE-Klassen genügend Raum für Kreativität haben?
Olivia Büchel: Einige fragen sich vielleicht, ob Fernunterricht überhaupt zu Gestaltung und Kunst passt. Wir können beruhigen: Der gestalterische Teil fällt keineswegs weg. Das selbstständige Lernen im Online-Modus, zeit- und ortsunabhängig, ersetzt nicht den handwerklichen Teil, also die praktische Anwendung der Gestaltung.
Rafaela Fuchs: Im Gegenteil: Für uns wird es richtig lässig, an den Präsenztagen zu unterrichten. Dann können wir für die Lernenden die Rosinen herauspicken und den Fokus auf spannende technische Umsetzungen legen. Durch die flexible Berufsmaturität verlagert sich ein Teil der Theorie ins Selbststudium auf klar geführten Lernpfaden. Im Klassenzimmer wird die Theorie anschliessend gezielt nachbearbeitet und in kleinerem Umfang als bis anhin vertieft.
Sie beide haben für den ARTE-Lehrgang auf der Lernmanagementplattform Moodle alle Lernpfade neu erstellt.
Rafaela Fuchs: Wir haben Lernpfade erstellt, die auch in zehn Jahren noch ihre Gültigkeit haben. Dies zu realisieren, war die grösste Herausforderung. Zeitgleich mit der Ausarbeitung der BM2flex ARTE galt es, das Unterrichtsmaterial an den aktuellen Rahmenlehrplan 2030 der Berufsmaturität anzupassen.
Olivia Büchel: Wir haben schweizweit die ersten Lernpfade für das Angebot BM2flex ARTE erstellt. Ein einfaches Copy-Paste war nicht möglich, da gerade der gestalterische Schwerpunkt noch stärker im Präsenzunterricht liegt. Moodle bietet auch neue Möglichkeiten, die Theorie zu vermitteln. In der Kunstgeschichte ist es zum Beispiel möglich, den Lernenden mit einem Quiz einen spielerischen Zugang zur Theorie zu ermöglichen.
Die BM2flex ARTE orientiert sich an praktischen und theoretischen Fragen der Gestaltung und bereitet auf ein Studium an einer Fachhochschule für Design und Kunst vor. Welchen weiteren Vorteil sehen Sie in diesem Angebot?
Olivia Büchel: Die Flexibilität ist der grosse Pluspunkt der BM2flex.
Rafaela Fuchs: Ich denke dabei auch an die finanzielle Flexibilität, weil man neben dem Unterricht weiterhin arbeiten kann. Auch müssen Lernende aus Rapperswil oder Zürich nur an einem Tag in der Woche den Schulweg auf sich nehmen.
Olivia Büchel: Während der Berufsmaturität ist von den Lernenden Selbstdisziplin gefordert und sie üben ihre Selbstständigkeit. Damit eignen sich die Lernenden Fähigkeiten an, die in der heutigen Gesellschaft relevant sind. In einem späteren Studium wird ein hohes Mass an Eigeninitiative und Selbstdisziplin gefragt sein.