Entwicklergeist vom Feinsten: Die besten Ideen der Elektroniker/-innen
Es passt gut, dass die Elektronikerklassen ihre bereichsübergreifenden Projekte (BüP) traditionsgemäss Mitte Dezember präsentieren. Wie bei einem Adventskalender wurde das Publikum in der Aula des GBS St.Gallen von kreativen und nützlichen Ideen überrascht.
Es dürfte am Anlass der Elektroniker/-innen windstill in der Aula gewesen sein. Zumindest registrierte die Wetterstation von Linus und Noah trotz Applaus keine Windspitzen. Beim Projekt «Wetterfrosch» war den angehenden Elektronikern EFZ wichtig, dass das Gerät mit Solarzellen ohne externe Stromversorgung funktioniert und lokale Daten erfasst, um das Mikroklima sichtbar zu machen. Zudem sollte es die Temperatur anzeigen und die Windentwicklung aufzeichnen.
Insgesamt stellten die Elektronikerklassen im dritten Ausbildungsjahr (ohne BM) und im vierten Ausbildungsjahr (mit BM) 14 bereichsübergreifende Projekte vor. Luca und Samuel liessen ein ferngesteuertes Auto über den Aulaboden seine Kreise ziehen, das eine Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h erreicht. An die Berufsbildner und Eltern gerichtet sagte Lehrer Heinz Walser: «Über mehrere Wochen haben die Lernenden Durchhaltewillen an den Tag gelegt. Herausgekommen sind grossartige Ergebnisse.»
Ein Herz für Pflanzen
Wichtig war den Lernenden, ein Projekt umzusetzen, das eine Verwendung im Alltag findet. Dominik und Gil präsentierten ein automatisches Gewächshaus, das verhindert, dass Pflanzen bei längerer Abwesenheit vertrocknet. Ihr System misst und reguliert sowohl die Feuchtigkeit der Erde als auch die Lufttemperatur, simuliert Tag und Nacht und lässt sich bequem per Smartphone steuern.
«Die Umsetzung war nicht ganz so einfach wie die ursprüngliche Idee», erklärte Dominik mit einem Schmunzeln. Beide zeigten sich zufrieden, dass sie ihre Kenntnisse in Hard- und Software erweitern konnten. Selbstkritisch beurteilten die Elektroniker ihr Zeitmanagement und verrieten, dass sie kurz vor dem Abgabetermin noch eine Nachtschicht einlegen mussten.
Unter Zeitdruck Fehler erkennen und beheben
Die Uhr tickte ebenso bei Artem und Joathan. Sie haben eine eigene Computermaus entwickelt, deren Tasten und Sensor eine Reaktionsgeschwindigkeit von unter 15 Millisekunden erreichen. In ihrem Fazit berichteten sie, dass sie beim nächsten Mal eine bessere Zeiteinteilung anstreben und zuverlässigere Lieferanten berücksichtigen wollen. Auf ihre in China bestellten Bauteile warteten sie lange.
Gerade während der Testphase merkten die Lernenden, dass es von Vorteil ist, noch mehrere Wochen zur Verfügung zu haben. Nadia berichtete: «Ich investierte im Geschäft und zu Hause deutlich mehr Stunden in mein Geigen-Stimmgerät als ursprünglich eingeplant, da sowohl das Messen und Testen der Schaltung als auch die Softwaretests mit der Geige mehr Zeit beanspruchten als erwartet.»
Als das Mikrofon nach einem Austausch immer noch nicht funktionierte, studierte Nadia das Datenblatt nochmals genau. Sie stellte fest, dass das Mikrofon beim Löten höchstens 270 °C für maximal 0,5 Sekunden ausgesetzt werden darf. «Mit meinen 370 °C habe ich diesen Wert jedoch deutlich überschritten – und durch das mehrmalige Ein- und Auslöten auch die zulässige Zeit», erklärt die Elektronikerin. Deshalb bestellte sie ein neues Mikrofonmodul, mit dem die Schaltung nun einwandfrei funktioniert.
Die Unterwasser-Drohne
Nadia gefiel am BüP die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis. Für die IPA zum Abschluss der Berufsausbildung habe sie wertvolle Inputs erhalten. Tim freute sich derweil, eine von A bis Z selbst umgesetzte Idee vor den Berufsbildnern präsentieren zu können.
Er entwickelte die RC Underwater Drone Enabling Reconnaissance, ein ferngesteuertes U-Boot mit selbst entwickelten Leiterplatten für Boot und Fernbedienung. Die Drohne überträgt Steuersignale an die Motoren und sendet Sensordaten wie Neigung, Temperatur, Batteriespannung, Wasserklarheit und Druck zurück. Als Highlight bezeichnet er die Videoübertragung zur FPV-Brille, die den Blick ins Unterwasserterrain ermöglicht.