Fachklasse Grafik und IMD: Dingen einen Wert geben
«Vor ein paar Jahren sassen wir genau dort, wo ihr heute sitzt», erzählt Scotty den Jugendlichen. Damals habe auch er vor der Entscheidung gestanden, welchen Weg er nach der Oberstufe einschlagen möchte. Heute besucht er am GBS St.Gallen gemeinsam mit elf weiteren Lernenden die Fachklasse Grafik. Sechs weitere Lernende absolvieren die Ausbildung im Bereich Interactive Media Design. Ein Blick ins Portfolio der Fachklasse zeigt, wie der Einstieg in die Kreativbranche gelingt.
Mit Scotty und Gjina stellten zwei Lernende der Fachklasse Grafik und Interactive Media Design (IMD) ihre Ausbildung an der Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen vor. An der Ostschweizer Bildungsausstellung OBA sowie vor den Klassen des Gestalterischen Vorkurses für Jugendliche zeigten sie anhand der umgesetzten Projekte, wie vielseitig und praxisnah die Ausbildung ist.
Ein Schwerpunkt ist die Positionierung von Produkten und Dienstleistungen. Gjina veranschaulicht dies dem Publikum mit einer Seife. «Gestaltung beeinflusst, wie wir den Wert eines Produktes wahrnehmen», erklärt sie. Verpackung, Typografie, Bildsprache und Kommunikation entscheiden mit darüber, ob ein Produkt günstig oder hochwertig wirkt.
Lernen im Designstudio
Von Illustration über Fotografie bis hin zu Corporate Design begegnen die Lernenden während der Ausbildung unterschiedlichsten Themen und Herausforderungen. «Wir schätzen die Abwechslung», sagt Scotty. Gearbeitet wird in einer Umgebung, die einem Designstudio gleicht. Dazu gehört auch ein Fotostudio. Ausserdem verfügt jede und jeder über einen eigenen Arbeitsplatz und professionelle Geräte.
Besonders wichtig ist den beiden Lernenden der Praxisbezug. Viele Projekte entstehen für reale Auftraggeber:innen. So entwickelten die Klassen beispielsweise Gestaltungsvorschläge für die Olma-Plakate oder entwarfen Tragtaschen für St.Galler Bibliotheksverbund.
Projektwoche in Italien
Zu den besonderen Erlebnissen während der Ausbildung zählt eine Projektwoche am Comer See. Dort richteten die Lernenden in einer Villa ein mobiles Atelier ein und entwickelten Verpackungsdesigns für italienische Lebensmittel.
Gebrieft wurden sie bereits während der Zugfahrt. Jede Person erhielt ein Produkt, für das ein vollständiges Erscheinungsbild entwickelt werden sollte. Von ersten Logoideen über Verpackungsentwürfe bis hin zur fotografischen Inszenierung entstand innerhalb weniger Tage ein umfassendes Gestaltungskonzept. «Ich finde es erstaunlich, was in einer solchen Woche entstehen kann», berichtet Scotty.
Fachklasse setzt sich für mentale Gesundheit ein
Gjina erklärt den Jugendlichen, dass Grafiker:innen und Interactive Media Designer:innen immer auch in Zusammenhängen denken. Anhand einer Kampagne über mentale Gesundheitsprobleme erklärt sie, wie aus einer Idee Plakate entstanden sind, die in der Stadt St.Gallen während der Weihnachtszeit zu sehen waren.
Mit diesem hochaktuellen Thema hat sich die Fachklasse in Kooperation mit der Psychiatrie St.Gallen und dem Amt für Gesundheitsvorsorge des Kantons St.Gallen befasst. Die Resultate zeigen, wie unterschiedlich ein gemeinsames Thema interpretiert werden kann und wie Gestaltung dabei hilft, Inhalte sichtbar und verständlich zu machen.
Kompliziertes verständlich machen
Eine zentrale Kompetenz der Fachklasse ist die Fähigkeit, komplexe Informationen verständlich aufzubereiten. Neben klassischen grafischen Arbeiten spielt auch die digitale Gestaltung eine wichtige Rolle. Die Lernenden beschäftigen sich mit Animationen und Motion Graphics und lernen, statische Inhalte in bewegte Geschichten zu verwandeln.
Beobachten, Ideen entwickeln, gestalten und umsetzen stehen im Ausbildungsalltag der Fachklassen Grafik und Interactive Media Design im Mittelpunkt. Für Scotty und Gjina sind aber nicht nur die Projekte prägend. «Wir sind wie eine grosse Familie», sagen sie. Wer täglich miteinander gestaltet und kreative Lösungen entwickelt, wächst auch als Gemeinschaft zusammen.
KI wurde bei diesem Blog zur Strukturierung sowie für sprachliche Optimierungen und Korrekturen eingesetzt. Der Inhalt wurde von der Redaktion recherchiert, erstellt und geprüft.