Wieder im Rampenlicht: der Olma-Teppich
Der Kunstteppich, der an der Olma ein Blickfang war, feiert sein Comeback: Zu sehen sein wird er vom 15. März bis 7. Juni 2026 im Rahmen der Ausstellung «Stranger Than Paradise» im Open Art Museum. Der Teppich, den Studierende der Schule für Gestaltung St.Gallen entworfen haben, schaffte es sogar in die Tagesschau des Schweizer Fernsehens.
Eine riesige Teppichcollage mit Bildausschnitten aus der Sammlung des Open Art Museums entstand durch das künstlerische Zusammenspiel von Markus Pawlick, Lehrgangsleiter Industrial Design HF, und Studierenden sowie Alumni verschiedener Gestaltungsrichtungen. Die Idee, auf einen Teppich zu setzen, sei aus der Not heraus geboren, sagt Markus Pawlick. «An der Olma hatte das Open Art Museum eine enorme Standfläche zu bespielen. Mit dem Teppich konnte eine relativ kostengünstige und dennoch raumgreifende Installation realisiert werden», erklärt Markus Pawlick.
Unterstützt wurde er von Lea Schnitzer, Gianna Looser (Studierende Visuelle Gestaltung HF), Lea Steiger (Studierende Interactive Media Design HF) und Christian Graf (Absolvent Industrial Design HF). Das interdisziplinäre Mitwirken ist üblich, denn Ausstellungen oder Messen sind in den meisten Fällen nicht allein von Industrial Designer:innen zu bewältigen. Lea Schnitzer ist dankbar für die Erfahrung: «Solche Aufträge machen das Studium abwechslungsreich und vergrössern das Netzwerk. Neben dem Agentur- und Studienalltag erhalten wir so Einblicke in neue Branchen und Denkweisen.»
Grafik im dreidimensionalen Raum fasziniert
Lea Steiger hofft, dass die geknüpften Kontakte auch in Zukunft weiterhelfen werden, und bezeichnet das Projekt als «super interessant». Sie sagt: «Es war richtig schön, an etwas mitarbeiten zu können, dass dann so direkt umgesetzt wurde. Und ich finde genau solche Chancen, machen das Studium spannend.»
Gianna Looser gefiel, dass sie erstmals ihren Background aus der Architektur mit der Grafik kombinieren konnte. Sie erklärt: «Grafik im dreidimensionalen Raum fasziniert mich und es war toll, meine Fähigkeiten so mit einzubringen. Gleichzeitig war es auch eine Möglichkeit, mit neuen Materialien zu arbeiten und einen derart riesigen Teppich zu bedrucken.» Eine anspruchsvolle Aufgabe sei sicherlich die grosse Datenmenge der Bilder und der Druckdatei für den Teppich gewesen.
Wie wirkt der Teppich in der neuen Umgebung?
Der Teppich bildet ab dem 15. März bis 7. Juni 2026 den Mittelpunkt der Ausstellung «Stranger Than Paradise» im Open Art Museum. Danach wird der Teppich der Öffentlichkeit angeboten. Die Studierenden freuen sich auf die Ausstellung. Lea Schnitzer etwa sagt: «Ich bin sehr gespannt, wie der Teppich in einer neuen Umgebung wirkt. Ein herzliches Dankeschön an das Open Art Museum und insbesondere an Monika Jagdfeld für das Vertrauen und die inspirierende Zusammenarbeit.»
Mit der Museumsdirektorin Monika Jagdfeld haben die Studierenden spannende Gespräche führen können. Zudem erhielten sie wertvolle Einblicke in die Welt de Art Brut.
Kontroverse Reaktionen
Für das Projektteam bestand die Herausforderung darin, zu entscheiden, was an der Olma umsetzbar und zugleich ansprechend ist. Die Reaktionen der Besucher:innen der Halle 9 liessen nicht lange auf sich warten. «Viele Besuchende hatten vermutlich nicht erwartet, an der Messe auf einen Museumsstand zu treffen. Dass einige irritiert waren, hat mich nicht überrascht», sagt Lea Schnitzer. Damit sei das Ziel erreicht worden: Aufmerksamkeit schaffen und im Gedächtnis bleiben, gleichgültig ob positiv oder irritierend.
Auch Markus Pawlick zeigt sich gleichermassen erstaunt und erfreut über die kontroversen Reaktionen. Der Lehrgangsleiter sagt: «Ich denke, dass es uns gelungen ist, das Open Art Museum ins Gespräch zu bringen. Ein Glücksfall war natürlich, dass das SRF in der Tagesschau einen prominenten Bericht darüber zeigte.» Nun ist das Projektteam gespannt, welche Reaktionen ihr Kunstwerk in der Ausstellung «Stranger Than Paradise» auslöst.