IMDAward 2026: Die Schweiz jubelt in St.Gallen
Preisverleihung an der Design Week St.Gallen: Im Pfalzkeller wurden am Interactive Media Design Award herausragende junge Talente im Bereich Interactive Media Design gewürdigt. 115 Projekte aus allen Landesteilen wurden für die sechs Kategorien eingereicht – so viele wie noch nie.
Aus den Kantonen Bern und Tessin sowie der West- und natürlich der Ostschweiz reiste das Publikum an den dritten IMDAward an. Gegen die 150 Gäste staunten im Pfalzkeller über die inspirierenden Projekte der Nachwuchstalente und lauschten der Musik des schweizerisch-japanischen Electro-Duso Tim und Puma Mimi. «In jedes Projekt wurden unzählige Stunden investiert», sagte Franziska Eriksen in ihrer Eröffnungsrede. Die Fachbereichsleiterin am GBS St.Gallen wies darauf hin, dass die Ideen mehrmals hinterfragt und neu gedacht wurden.
Nina Lanker von der Standortförderung Stadt St.Gallen freute sich darüber, dass besonders viele kreative Köpfe aus der ganzen Schweiz zusammenfanden. «Die kreative Szene prägt unsere Stadt und entwickelt sie weiter. Herzliche Gratulation an alle Nominierten», sagte Nina Lanker.
Wie ein Klassentreffen
Mit den 115 eingereichten Projekten wurde ein neuer Bestwert erreicht. Für Juror Colin Kühnis steht fest, dass das Niveau von Jahr zu Jahr steigt. Bei der Premiere im Jahr 2024 gehörte der ehemalige Berufsfachschüler am GBS St.Gallen selbst zu den Preisträgern am IMDAward. «Für mich ist dieser Abend wie ein Klassentreffen. Es ist toll, dass junge Lehrabgänger ins Jury-Team integriert werden», sagt er.
Colin Kühnis gefällt weiter, dass Events wie der IMDAward oder der Fachkongress Interactive Media Design Day dank der Design Week generell mehr Medienpräsenz erhalten. «Dank der Design Week behauptet sich St.Gallen gegen Zürich», sagt er und lacht.
Die Geschichte von Draft Punk
Aus Sicht des GBS St.Gallen überwältigt das Podest der Kategorie Storytelling. Mit ihren Projekten gewinnen Mara Bachmann, Nena Schenk und Aurelio Gloor den gesamten Medaillensatz. Er sei stolz darauf, sagt Aurelio Gloor, sich mit 3D-Modelling vertieft zu haben. Der Interactive Media Designer setzte eine Scrollytelling-Erfahrung um, die die Entwicklung von Draft Punk nachzeichnet. Über eine visuelle Timeline verbindet das Projekt 3D-Objekte, Motion Design, Archivmaterial und kurze Texte zu einer räumlichen, immersiven Erzählung von Musikgeschichte. «Der Umfang und das Zeitmanagement waren bei diesem Projekt die grössten Herausforderungen», sagt Aurelio Gloor.
Was ist noch bedeutungsvoll?
Für Juror Florin Grunder steht die Kategorie Storytelling beispielhaft dafür, wie breitgefächert der Beruf Interactive Media Design ist. «In dieser Kategorie gibt es einige Unicorns, komplette Überflieger. Je intensiver man sich mit der Materie befasst, desto besser wird die Performance», sagt der User Experience Designer vom Buero Bueno.
Florian Grunder gehörte zu den ersten, welche damals den Berufskundeunterricht Interactive Media Design EFZ am GBS St.Gallen besuchte. Er verfolgt gespannt, wie sich der Beruf weiterentwickelt. «Die Anzahl an Tools, die uns zur Verfügung steht, wächst rasant», sagt er.
Lara Défayes von der écal in Renens griff dieses Überangebot in ihrer Rede auf und fragte: «Wenn alles verfügbar ist, was ist dann noch bedeutungsvoll?» Interactive Media Designer:innen müssen priorisieren und können nicht stillstehen.
Privatsphäre zurückholen
Genau das gefällt dem Lernenden Arthur Barbieri Spring an seinem Beruf. Er jubelte über Gold in der Kategorie Website. In seinem Projekt zeigt er, wie gläsern User werden, wenn sie ohne nachzudenken Cookies akzeptieren. Er informiert darüber, wie Apps und Plattformen Daten sammeln und verwenden.
Während der Umsetzung hat Arthur Barbieri Spring selbst gelernt, wie er einen Teil seiner Privatsphäre zurückholen kann. «Meine Website ist mit Farmer gebaut und vollständig interaktiv und responsiv», erklärt der Schüler des GBS St.Gallen.
Interactive Media Designer:innen können Informationen gekonnt interaktiv vermitteln – auch das wurde am IMDAward offensichtlich.