Stolz darauf, ein prägender Teil der Design Week St.Gallen zu sein
Key-Visual-Vergleich 25/26: Jairo Da Gama durfte bereits zum zweiten Mal das visuelle Erscheinungsbild der St.Galler Design Week umsetzen. Im Interview erzählt der angehende Grafiker EFZ, weshalb der Auftrag mit Verantwortung verbunden ist. Die Design Week St.Gallen 2026 bietet mit dem Fachkongress Interactive Media Design Day wieder einen Programmpunkt, der direkt am GBS St.Gallen stattfindet. Tickets für den Anlass am 13. März 2026 gibt es hier.
«In St.Gallen passiert wahnsinnig viel, aber oft im Verborgenen», sagt Beat Lüscher, Fachbereichsleiter am GBS St.Gallen, im Kulturmagazin Saiten. Die März-Ausgabe ist der Design Week St.Gallen 2026 gewidmet. Um gleich mit dem Startschuss das Gegenteil zu beweisen, begann die diesjährige Desin Week mit der Vernissage der Ausstellung «Unlocal».
Im Oberer Graben 3 ist eine Auswahl an Designer:innen mit Bezug zur Gallus-Stadt zu sehen, die heute in der Schweiz und im Ausland wirken. Ihre Arbeiten erzählen von Identität, Wandel und kreativer Verortung. Die Ausstellung wird kuratiert und inszeniert von David Walsh und Fabio Menet, der während seiner Berufslehre als Grafiker EFZ die Schule für Gestaltung am GBS St.Gallen besucht hat.
«Ein riesiges Privileg»
Seine Spuren hinterlässt auch Jairo Da Gama, der sein letztes Ausbildungsjahr als Grafiker EFZ absolviert. Das visuelle Erscheinungsbild der St.Galler Design Week durfte er bereits zum zweiten Mal umsetzen. Der Auftrag dafür wurde erstmals 2024 im Rahmen eines internen Pitchs am GBS St.Gallen für die Grafikklassen im dritten und vierten Lehrjahr ausgeschrieben. Die konzeptuelle Präsentation von Jairo Da Gama überzeugte die Jury nicht nur damals, sondern auch im Folgejahr. Auf Grundlage weiterentwickelter Entwürfe erhielt er erneut die Möglichkeit, das Projekt zu realisieren.
Jairo, was löst es in dir aus, das Key Visual für die Design Week St.Gallen gestaltet zu haben?
Jairo Da Gama, Grafiker EFZ in Ausbildung im Kulturmuseum St.Gallen: Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als ich den Anruf von Beat Lüscher bekam und er mir sagte, dass sich die Jury für meinen Entwurf entschieden hat. Ich konnte es kaum glauben. Es ist für mich ein riesiges Privileg und zugleich eine grosse Verantwortung, das visuelle Erscheinungsbild dieses neu etablierten Events zu gestalten. Der Event bietet der St.Galler Designszene eine Plattform sich zu connecten, die Kreativszene sichtbarer und den wirtschaftlichen Nutzen bekannter machen. Es erfüllt mich mit Stolz, ein prägender Teil davon zu sein.
Was macht dein Design aus?
In meinem Konzept steht der Prozess im Mittelpunkt – also das, was hinter dem fertigen Design oft unsichtbar bleibt. Letztes Jahr arbeitete ich mit einem abstrakten, rohen digitalen Pfad als Metapher für Entwicklung und Experiment. Dieses Jahr greife ich den «PAL-Testscreen» auf, der in Animationsprogrammen als Platzhalter dient. Er steht sinnbildlich für einen Moment im Prozess, in dem noch nicht alles fertig ist, aber bereits eine klare Richtung erkennbar wird.
Was gefällt dir am Beruf Grafiker, speziell im Kulturmuseum St.Gallen?
Das kreative Arbeiten ist eine Leidenschaft, die mich schon lange begleitet, und ich wollte mich schon immer beruflich mit dem Gestalten auseinandersetzen. Am Beruf des Grafikers fasziniert mich besonders die Verbindung von Konzept und Umsetzung. Es hat etwas sehr Erfüllendes, eine Idee, die zunächst nur eine Datei auf dem Computer ist, Schritt für Schritt zu einem Produkt werden zu sehen, das im öffentlichen Raum wirkt und Menschen erreicht. Speziell im Kulturmuseum St.Gallen gefällt mir, dass Gestaltung hier nicht nur dekorativ ist, sondern immer einen klaren inhaltlichen Bezug hat. Es ist für mich ein grosses Privileg, meine Ausbildung in einem kulturellen Betrieb absolvieren zu dürfen. Die Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und gesellschaftlichen Themen erweitert meinen Blick und inspiriert mich gestalterisch. Diese Inhalte in eine visuelle Sprache zu übersetzen und damit Menschen zu erreichen, macht die Arbeit für mich besonders spannend und bedeutungsvoll.