«Professional Bachelor»: Karriere-Booster für unsere Studierenden
In der höheren Berufsbildung wird der neue Titelzusatz «Professional Bachelor» eingeführt. Absolventinnen und Absolventen der Höheren Fachschule am GBS St.Gallen (Baukaderschule und Schule für Gestaltung) profitieren damit von einem klaren Upgrade für ihren Lebenslauf. «Der Titel Professional Bachelor ist ein Qualitätssiegel für eine praxisnahe, fundierte Ausbildung auf tertiärem Niveau», erklärt Jörn Steffen, Prorektor Höhere Berufsbildung und Weiterbildung. Er mache den Abschluss international verständlich und vergleichbar. «Der Titel ist ein echter Karriere-Booster.»
Voraussichtlich ab Herbst 2026 dürfen sich alle bisherigen und kommenden Absolventen:innen der Schule für Gestaltung St.Gallen und der Baukaderschule St.Gallen mit dem Titelzusatz «Professional Bachelor» schmücken. Durch den neuen Titelzusatz wird die Schweizer Berufsbildung attraktiver und international besser anerkannt. Am GBS St.Gallen profitieren die Studierenden der folgenden Weiterbildungsangebote der Höheren Fachhochschule von dieser Änderung:
- Dipl. Kommunikationsdesigner:in HF, Interactive Media Design (Schule für Gestaltung St.Gallen)
- Dipl. Kommunikationsdesigner:in HF, Visuelle Gestaltung (Schule für Gestaltung St.Gallen
- Dipl. Produktdesigner:in HF, Industrial Design (Schule für Gestaltung St.Gallen)
- Dipl. Techniker:in HF Bauplanung, Studienrichtung Architektur (Baukaderschule St.Gallen)
- Dipl. Techniker:in HF Bauplanung, Studienrichtung Ingenieurbau (Baukaderschule St.Gallen)
- Dipl. Gebäudetechniker:in HF (Baukaderschule St.Gallen)
«Wichtige Fortschritte»
Mit dem Entscheid der Eidgenössischen Räte in der vergangenen Wintersession erhält ein Studium an einer Höheren Fachschule zusätzliches Gewicht. Die Revision des Berufsbildungsgesetz (BBG) ermöglicht auch, dass in der vereinfachten englischen Übersetzung die Fachrichtung genannt werden darf. Zum Beispiel Professional Bachelor in Communication Design. Nationalrat und Ständerat verzichteten allerdings darauf, diese Möglichkeit auch in den Landessprachen vorzusehen.
Von einem Meilenstein sprechen die Schweizerische Konferenz der Höheren Fachschulen (K-HF) und der Schweizerische Verband der diplomierten HF (ODEC). «Die Gesamtvorlage stärkt die Höhere Berufsbildung und erhöht ihre Sichtbarkeit im Bildungssystem», erklärt Peter Berger, Präsident K-HF. Besonders das Bezeichnungsrecht «Höhere Fachschule», die Flexibilisierung der Nachdiplomstudium-HF sowie die Einführung der Titelzusätze «Professional Bachelor» und «Professional Master» seien wichtige Fortschritte. Gleichzeitig bedauert Peter Berger, dass der Nationalrat den differenzierten Titelzusatz «Professional Bachelor in [Fachrichtung]» für HF-Abschlüsse in den verschiedenen Landessprachen letztendlich abgelehnt hat. «Die gesetzlichen Neuerungen insgesamt jedoch ermöglichen ein flexibleres Agieren auf dem Markt und werten die Abschlüsse der Studierenden dank des Titelzusatzes deutlich auf», sagt Peter Berger.
Marc Huber präsidiert die ODEC Region Ostschweiz und sagt ebenfalls erfreut: «Eine Stärkung und Gleichwertigkeit der HF-Abschlüsse war meiner Meinung nach schon lange überfällig. Mit dem neuen Titelzusatz wird für mich auch einfach, aber sehr wirksam deutlich, was den HF-Abschluss schon immer auszeichnete: den starken Praxisbezug der Absolventinnen und Absolventen!» Bei den Arbeitgebern in der Wirtschaft werde dies nun durch den Zusatz «Professional Bachelor» auch für Laien einfach und verständlich sichtbar.
Auch frühere Absolventen:innen dürfen sich «Professional Bachelor» nennen
Sowohl die K-HF als auch die ODEC haben sich gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation in Bundesbern für die Änderungen stark gemacht, von der auch frühere Absolventen:innen der Schule für Gestaltung St.Gallen und der Baukaderschule St.Gallen profitieren.
Die neue Regelung im BBG erlaubt auch Personen, welche vor Inkrafttreten einen Abschluss erworben haben, den Titelzusatz gemäss dem jeweiligen Rahmenlehrplan zu verwenden. Marc Huber erklärt: «Wie vom ODEC konsequent und wiederholt gefordert, dürfen ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens alle Personen mit einem Abschluss einer Höheren Fachschule, unabhängig davon, ob sie ihr HF-Diplom vor oder nach dem Inkrafttreten erworben haben, den Zusatz Professional Bachelor führen. Damit wird die Gleichwertigkeit sämtlicher HF-Abschlüsse gestärkt und eine langjährige Ungleichbehandlung beseitigt.»
Es werden dabei keine neuen eidgenössischen HF-Diplome ausgestellt. Seitens des Bunds ist eine begleitende Information für Absolventen:innen sowie für Arbeitgebende vorgesehen, welche das Recht zur Führung der Titelzusätze erklärt und bestätigt.
Dozierende aus der Praxis
Den Stellenwert der Höheren Berufsbildung unterstreicht auch die neuste Studie der Professur für Bildungssysteme an der ETH Zürich. Darin steht: «Kein Land auf dieser Welt hat eine vergleichbar gut organisierte Höhere Berufsbildung. Das ist gerade im Zusammenhang mit dem rasanten Wandel in der Arbeitswelt von strategischer Bedeutung.» Die Forschung zeige, dass ein Mix an Bildungsabschlüssen in der Belegschaft die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens erheblich stärkt.
In der Höheren Berufsbildung stelle die hohe Arbeitsmarktorientierung zudem eine zentrale Stärke dar. Sowohl die Baukaderschule St.Gallen als auch die Schule für Gestaltung St.Gallen arbeiten mit Dozierenden aus der Praxis. Der Unterricht orientiert sich stark an den Technologien und Arbeitsweisen, die in den Betrieben tatsächlich genutzt werden.
Zudem hat der Bildungsverband Edusuisse den Mehrwert von Abschlüssen an Höheren Fachschulen (HF) und Fachhochschulen (FH) verglichen. Das Ergebnis: Beide Bildungswege zahlen sich aus. HF-Absolventen:innen profitieren aber im Schnitt von einer rund fünf Prozent höheren privaten Rendite als FH-Absolvierende. Über diese Studie sagt Jörn Steffen: «Unsere Studierenden investieren nicht nur in ihre fachliche Weiterentwicklung, sondern wählen nachweislich den Bildungsweg mit der höchsten Rendite – sowohl für sie persönlich als auch für die Gesellschaft.»