Kunst am Bau(m): Hier leuchtet das Spengler-Siegerprojekt
Livio Dux gewinnt den Kreativwettbewerb 2026 der Spengler:innen von Suissetec. Seine an einem Baum befestigte Laterne leuchtet sogar. Der Lernende der A. Ziegler Spenglerei & Bedachungen AG wählte als Grundmaterial der Laterne hauptsächlich Kupfer.
Auf der grossen Bühne am Spenglertag im Kursaal in Bern hatte Livio Dux seinen grossen Auftritt. Für sein Projekt, das den originellen Titel «Kunst am Bau(m) trägt, wurde er mit dem ersten Platz belohnt. «Besonders stolz bin ich auf den Gesamteffekt mit dem Licht, das durch die Glassegmente leicht gebrochen wird», erklärt Livio Dux. Damit die Oberfläche frei von Fingerabdrücken bleibt, wurde die Laterne zunächst vollständig durch ihn poliert und anschliessend von der Autospenglerei Leutenegger in Flawil lackiert.
Für den Kreativwettbewerb 2026 von Suissetec verfolgten die angehenden Spengler:innen EFZ verschiedene originelle Ideen. Das schweizweit vorgegebene Thema «Blickfänge der Baukunst» forderte die Lernenden dabei heraus. Am GBS St.Gallen lag der Fokus im Berufskundeunterricht bei Urs Senteler auf der Entwicklung und der Planung. Im Überbetrieblichen Kurs wurde der praktische Teil von Marco Looser bewertet und das Projektportfolio wurde im Allgemeinbildungsunterricht bei Reto Künzli erstellt.
Die Idee entstand beim Abendessen
In seiner Dokumentation hält Livio Dux fest, dass er mit seinem fertigen Produkt sehr zufrieden sei. Selbst der Gewinner sieht aber noch Verbesserungspotenzial: «Insbesondere beim Verlöten der Baumrinde, wo die Ausführung noch präziser sein könnte. Zudem sind mir nach dem Polieren leider zwei Streifen Poliermasse an der Wulst der Laterne entgangen, die nun unter dem Lack sichtbar bleiben», erklärt er. Umso freut er sich darüber, wie stimmig und sauber die untere Spitze der Laterne gelungen sei.
Die Idee für die Lampe entstand bei einem Abendessen im Familienkreis. Nach gemeinsamem Brainstorming, Internetrecherche und dem Abwägen der Machbarkeit war klar, welche Richtung weiterverfolgt wird. Als erster Schritt wurde eine kleinere Laterne gefertigt. Dafür diente ein Sechseck als Grundform, an das sechs leicht gebogene Zinkstreifen angelötet wurden. Diese verleihen der Laterne ihre geschwungene Form. Anschliessend setzte Livio Dux dasselbe Prinzip im grösseren Massstab für das finale Objekt um.
Der Spengler-Technik sind keine Grenzen gesetzt
Für die Laterne wählte Livio Dux hauptsächlich Kupfer als Grundmaterial. Die Streben fertigte er aus Kupfer-Titan-Zink, wodurch das Licht zusätzlich zur Geltung kommt, und ein spannender Kontrast entsteht. Für die Unterkonstruktion des Baumes verwendete er Aluminiumrohre, da diese stabil sind, sich gut bearbeiten lassen und von der Grösse optimal passten. Die Grundplatte besteht aus einer Siebdruckplatte, die mit farbbeschichtetem Aluminiumblech in Holzoptik verkleidet wurde.
Livio Dux schätzt am Berufsalltag eines Spenglers vor allem die Abwechslung – nicht nur zwischen Werkstatt und Baustelle, sondern auch in den vielfältigen Arbeiten. «Sehr spannend ist natürlich auch der Werkstoff Metall, mit dem man fast alles herstellen kann», sagt er. Die geschwungene Blechlaterne zeige ihm, dass der Spengler-Technik auch im Bereich der Aussenbeleuchtung kaum Grenzen gesetzt sind. Der Baum wurde von Livio Dux bewusst schlicht gehalten, damit er nicht im Mittelpunkt steht, sondern sich schön ins Gesamtbild einfügt.