Meditationsmetronom: Guy Tinguely inspiriert Industrial Designer
HF-Student Driton Ukgjini hat für sein Zwischendiplom an der Schule für Gestaltung St.Gallen ein Meditationsmetronom entworfen. Der angehende Industrial Designer präsentiert eine mechanische Pendeluhr, die nicht wie gewohnt die Zeit anzeigt. Er selbst aber spürte während dieser Projektarbeit den Zeitdruck.
Driton Ukgjini hat an Guy Tinguely gedacht. Der Schweizer Künstler ist besonders bekannt für seine mechanischen Skulpturen oder Kinetische Kunstwerke, die durch Bewegung angetrieben werden, um eine visuelle und oft auch akustische Interaktion zu erzeugen. «Ich finde Kinetik faszinierend und habe sie bewusst in die Gestaltung eingebunden», erklärt Driton Ukgjini.
Der Metallbaumeister und Fachbereichsleiter am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs Sargans hat ein Meditationsmetronom geschaffen. Inspiriert von Meditationsräumen und Elementen wie dem Gong oder kreisförmigen Fenstern, entwickelte er eine mechanische Pendeluhr, die nicht der Zeitmessung dient, sondern einen ruhigen, konstanten Takt erzeugt. Im Zentrum des Objekts hebt sich als eine symbolische Anspielung auf die aufgehende Sonne langsam ein Ring.
Was fehlt zur industriellen Produktion?
Technisch konnte der gelernte Metallbaumeister die Herausforderungen seines Vordiploms gekonnt und filigran lösen. Auf Anregung seines Mentors wagte er es, das Uhrwerk wegzulassen. Ein mutiger Schritt, der die konzeptionelle Stärke des Designs unterstreicht. Driton Ukgjini schaut zurück: «Im Mittelpunkt stand lange die Mechanik. Als mein Metronom endlich tickte, stand ich da und fragte mich, was ich für die Abgabe dieser Vordiplomarbeit tatsächlich brauche.»
Bei den Projektarbeiten im Lehrgang Industrial Design HF müssen die Studierenden aufzeigen, wo sie mit ihrem Objekt stehen: Handelt es sich um ein Modell oder einen Prototyp? Lehrgangsleiter Markus Pawlick erklärt: «Was fehlt euerer Idee zur industriellen Produktion? In diesen wenigen Wochen kann man seine Vorstellungen gar nicht zu einem Endprodukt führen. Umso einfacher die Studierenden bleiben, desto besser.»
Ein Unikat
Das Meditationsmetronom von Driton Ukgjini ist ein Prototyp. Der Weg dahin war geprägt von Tüftelei, Testmodellen und der Freude an Mechanik. Ein erster Seilzug entstand mit einfachen Mitteln, Zahnräder wurden bestellt oder im 3D-Druck gefertigt. Mit jedem Schritt verfeinerte sich die Idee von der Standuhr hin zum kinetischen Kunstwerk mit meditativem Charakter. In Renderings wurde die Formfindung konkretisiert, ein Sockel aus Massivholz bildet in der aktuellen Version das Fundament.
Gefertigt hat Driton Ukgjini das Meditationsmetronom in Handarbeit aus Materialien wie Bronze, Massivholz und anodisiertem Aluminium. Das Ticken entsteht durch ein mechanisches Uhrwerk, dessen Geschwindigkeit sich über die Pendellänge regulieren lässt. Jedes Metronom ist ein Unikat und wird individuell nummeriert, Massenproduktion ist für den HF-Student keine Option. Farb- und Materialwahl können auf den Raum abgestimmt werden. So wird das Meditationsmetronom zu einem visuellen und akustischen Ruhepol. Ein Objekt eben, das Zeit nicht misst, sondern spürbar macht.