St.Galler Fasnacht: Polygrafin lässt die Bratwürste tanzen
Verkleidete Bratwürste tanzen zur Guggenmusik. Zum ersten Mal ziert ein Element aus der realen Welt das St.Galler Fasnachtsplakat. Das Sujet von Alissa Signer, Polygrafin EFZ bei der Genossenschaft Migros Ostschweiz, weckt Emotionen. Am 11. November wurde es zum Fasnachtsauftakt feierlich vom Fenster des Fondue-Beizli in der Brühlgasse aus präsentiert.
Die Lacher hat Alissa Signer mit ihrem Plakat für die St.Galler Fasnacht vom 12. bis 16. Februar 2026 auf ihrer Seite. Wenige Minuten nach 11:11 Uhr kündigte sie der Fasnachtsgesellschaft an, dass im Zentrum ihres Werks drei verkleidete Bratwürste stehen – und das närrische Treiben erreichte einen weiteren Höhepunkt. Noch lauter jubelten die Guggen, als sie das Plakat zum ersten Mal sahen.
«Bratwürste sind für St.Gallen mehr als nur Essen: Sie bedeuten Tradition, Identität und ein Stück Heimat», erklärt Alissa Signer ihre Idee und fügt an: «Mit einem Augenzwinkern wollte ich die Symbolik in die bunte, lärmige und fröhliche Fasnachtszeit tragen. Es ist für mich eine riesige Ehre, dass mein Plakat ausgewählt wurde.» Sie habe bewusst einen anderen, fotografischen Ansatz verfolgt, weil Plakate aus früheren Jahren grafisch gestaltet waren. «Das hat Mut gebraucht, weil ich nicht wusste, ob meine Idee ankommt und nicht zu stark mit der Olma in Verbindung gebracht wird», sagt die angehende Polygrafin.
Bratwurst-Idee weckt Lebensfreude
Am Ursprung ihres Fasnacht-Sujets stellte sich Alissa Signer die Frage, welche Emotionen die fünfte Jahreszeit denn hervorrufe. Ein Brainstorming mit dem Team ihres Ausbildungsbetriebs der Migros Genossenschaft in Gossau sowie eine Umfrage in ihrem engsten Umfeld halfen, eine Idee zu entwickeln. Alissa Signer erinnert sich: «Auf die Frage, was sie mit St.Gallen verbinden, ist immer wieder die Bratwurst gefallen.»
Fasnachtspräsident Oskar Seger stellt zufrieden fest, dass das Plakat Lebensfreude weckt. Er sagte während des Pitchs, der am GBS-Standort Riethüsli im Frühling stattfand: «Die fotografierten, echten Olma-Bratwürste regen zum Schmunzeln an. Der Lacher der gesamten Klasse während der Präsentation ist uns Erinnerung geblieben, als das Plakat zum ersten Mal gezeigt wurde.» Ausserdem sei es eine Premiere, dass das Fasnachtsplakat ein reales Objekt in die Gesamtgestaltung einbettet.
«Pure St.Galler DNA!»
Zum zweiten Mal arbeitete die Fasnachtsgesellschaft St.Gallen mit dem GBS St.Gallen, Abteilung Schule für Gestaltung, zusammen. Der Jury, bestehend aus Mitgliedern des Fasnachtskomitees und Experten/-innen der E-Druck AG, wurden 13 Sujets zur Auswahl präsentiert. Die Klasse der Polygraf/-innen von Karin Schwarz setzte Konfetti, Musikinstrumente, tanzende Buchstaben und lokale Wahrzeichen kreativ um. «Jedes Plakat erzählt seine eigene Geschichte. Genau das ist für uns wichtig – eine visuelle Geschichte mit kultureller Signalwirkung», sagte Oskar Seger über die Vielfalt. Am liebsten hätte die Fasnachtsgesellschaft alle Vorschläge über die nächsten Jahre verteilt verwendet.
Ihre Ansprache zum Auftakt in die Fasnacht nutzte Alissa Signer, um sich für die Teilnahme am Wettbewerb zu bedanken. «Für die gesamte Klasse war es ein super Projekt, bei dem wir alle viel gelernt haben und an der Herausforderung wachsen durfte», sagte sie in Richtung der Fasnächtler/-innen. Oskar Seger gab die Blumen zurück: «Dieses Plakat zeigt pure St.Galler DNA mit Verbindung zur Fasnacht. Und ehrlich gesagt: Verkleidete Bratwürste sind wir doch alle ein bisschen.»