Zielgerichtet im Telemark-Schwung durch die Lehre
Silber und Bronze! Silvan Walser jubelt über seine erste Einzel- und zweite Teammedaille an der Junioren-Telemark-Weltmeisterschaft. Das Förderprogramm Leistungssport an Berufsfachschulen im Kanton St.Gallen unterstützt den angehenden Automatiker EFZ auf seinem Weg zum Lehr- und Berufsmaturitätsabschluss. «Ohne meinen Lehrbetrieb, das Sportförderprogramm und die Lehrpersonen am GBS St.Gallen ginge das alles gar nicht», sagt Silvan Walser.
Die herausragenden Resultate an der Junioren-Weltmeisterschaft in Bardonecchia sprechen für sich. Silvan Walser steigerte sich von Rennen zu Rennen: Einem 7. Platz im Sprint liess der U21-Telemark-Athlet einen 5. Platz in der Disziplin Classic folgen.
Im Parallel Sprint jubelte Silvan Walser anschliessend über Bronze, während seinem Bruder Timo in der Mitte des Podests die Goldmedaille umgehängt wurde. Silvan Walser erinnert sich: «Ich spürte schon aufgrund meiner guten Leistung in der Qualifikation, dass ich bei den Besten dabei bin. Ich habe den Fokus auf die einzelnen Läufe gelegt. Den kleinen Final dann zu gewinnen, war ein emotionaler Moment.»
Entlastung dank dem Sportförderprogramm
Zum Abschluss der Telemark-Junioren-WM in Italien folgte der Höhepunkt. Das Schweizer Team mit Saskja Hermann sowie Timo und Silvan Walser zeigte erneut eine starke Leistung und gewann die Silbermedaille. «Mein Bruder ist mein Vorbild. Ich möchte ihn in naher Zukunft herausfordern», sagt Silvan Walser. Während sein Bruder Timo nach dieser Saison bei der Elite startet, hat Silvan Walser gute Chancen auf die nächste Saison von der Nachwuchsgruppe ins C-Kader von Swiss-Ski aufzusteigen. An Junioren-Weltmeisterschaften ist er noch drei weitere Jahre startberechtigt.
Seinen sportlichen Weg verfolgen auch die GBS-Sportlehrpersonen Larissa Müller und Dominic Götz eng mit. Das Förderprogramm Leistungssport an den Berufsfachschulen im Kanton St.Gallen ermöglicht es jungen Sporttalenten, ihre berufliche Grundbildung optimal mit dem Leistungssport zu verbinden. Durch flexible Lernmodelle, individuelle Stundenpläne und gezielte Unterstützung wird sichergestellt, dass Schule, Training und Wettkämpfe miteinander vereinbar sind.
Für Silvan Walser bedeutet das eine konkret spürbare Entlastung. Er sagt: «Trainings und Wettkämpfe während der Woche können unkompliziert wahrgenommen werden. Mit einem offiziellen Aufgebot werden Abwesenheiten an alle Lehrpersonen kommuniziert.» Prüfungen lassen sich in Absprache problemlos nachholen, was den schulischen Fortschritt trotz sportlicher Verpflichtungen sicherstellt.
Die Sportart Telemark
Silvan Walser übt den Telemarksport seit seinem achten Lebensjahr aus. Die Vielseitigkeit und das einzigartige Gefühl im Schnee faszinieren ihn. Er erklärt: «Die Ferse ist bei der Bindung am Ski nicht festgemacht. Deshalb fühle ich mich beim Telemark-Schwung freier.» In den Wettkämpfen kombiniert Telemark verschiedene Elemente.
Die Telemark-Schwünge vergleicht Silvan Walser mit dem Riesenslalom im Ski alpin. Im Rennen gibt es immer auch einen Sprung mit vorgegebener Mindestweite. Zudem muss ein 360-Grad Kreisel sowie ein Skating-Abschnitt gemeistert werden. Silvan Walser formuliert es zugespitzt so: «Telemark kombiniert Ski alpin mit den nordischen Sportarten Skilanglauf und Skispringen.»
Parallelen zum Beruf Automatiker:in EFZ
Die Vielseitigkeit gefällt Silvan Walser nicht nur im Sport, sondern auch an seiner Ausbildung. Als Automatiker arbeite er sowohl mit den Händen als auch am Computer, nennt er einen Vorteil. Dankbar ist Silvan Walser seinem Lehrbetrieb, Stadler Rail Schweiz AG. Er sagt: «Alle sind total nett, egal in welcher Abteilung ich arbeite. Sie haben Verständnis, wenn ich wegen der Wettkämpfe oder Trainings für mehrere Tage fehle.»
Diese Anteilnahme an seiner Sportkarriere spürt Silvan Walser auch bei den Lehrpersonen am GBS St.Gallen. Dort stellt er sich mit der Berufsmaturität, die er gleichzeitig zur vierjährigen Ausbildung absolviert, einer zusätzlichen Herausforderung. Unterstützung erhält er bei Prüfungen insofern, dass die Unterlagen frühzeitig zugänglich sind und besprochen werden können. «Ohne meinen Lehrbetrieb, das Sportförderprogramm und die Lehrpersonen am GBS St.Gallen ginge das alles gar nicht», sagt Silvan Walser dankbar. Nächste Saison wird er nicht nur im Telemark-Weltcup angreifen, sondern auch das Qualifikationsverfahren und die Berufsmaturität abschliessen.