ICT-Austausch mit Albanien: Smart Homes, Solar-Tracker und neue Freundschaften
Die Zusammenarbeit zwischen dem GBS St.Gallen und Albanien gewinnt weiter an Dynamik: Im Rahmen des «ICT Exchange»-Projekts trafen in St.Gallen Lernende und Lehrpersonen aus beiden Ländern aufeinander, um gemeinsam an innovativen Technikprojekten zu arbeiten. Im Mittelpunkt standen Themen wie Internet of Things und nachhaltige Energielösungen.
Die Zusammenarbeit zwischen dem GBS St.Gallen und Albanien wurde in den letzten Jahren intensiviert. Der Hintergrund: Die Schweiz unterstützt Albanien dabei, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Demokratisierung sowie die europäische Integration weiter voranzutreiben. Im Projekt «Skills for Job» der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA geht es konkret darum, der albanischen Regierung dabei zu helfen, das Berufsbildungssystem zu reformieren.
Im Mai 2023 informierte sich zum Beispiel eine albanische Delegation am GBS St.Gallen, wie die Berufslehre auf den drei Pfeilern Lehrbetrieb, Berufsschule und ÜK aufgebaut ist. Ein Jahr später informierte sich die albanische Finanz- und Wirtschaftsministerin Olta Manjani mit einer Delegation über das Schweizer Berufsbildungssystem.
In der Zwischenzeit sind auch Lernende des GBS St.Gallen in die albanische Stadt Elbasan gereist. Damals im Oktober 2025 wurde während des ICT-Netzwerkprojekts ein Prototyp mit Routern, Switches und Accesspoints für die Vocational School of Elbasan konfiguriert. Im April 2026 war nun eine Delegation aus Albanien zu Besuch in St. Gallen.
Feuerwehrauto wird über App gesteuert
Die Gruppe, die für das ICT-Exchange-Project nach St.Gallen reiste, bestand aus vier Lehrpersonen und zwölf Lernenden aus den Regionen Elbasan und Tirana. Zum Auftakt in die Woche wurden die Lernenden des GBS St.Gallen und die Gäste aus Albanien in den Mikroprozessor Arduino sowie in die Arbeit mit Aktoren und Sensoren eingeführt.
Lorenc Kolleshi und seine Lernenden von der Gjergj Canco Technical School präsentierten ein selbst konstruiertes Feuerwehrauto, das über eine Smartphone-App gesteuert werden konnte. Die Wasserstrahldüsen wurden dabei mithilfe eines CO₂-Sensors ausgerichtet. Anschliessend arbeiteten die Lernenden in gemischten Gruppen aus beiden Ländern an eigenen Projektideen.
Solar-Tracker im Bau
Am GBS St.Gallen tauchten die Lernenden zudem in die Welt des Smart Homes ein. Die Teilnehmenden befassten sich mit den IoT-Puppenhäusern und lernten, wie Heizungen, Boiler und Beleuchtungssysteme mithilfe von Photovoltaik intelligent gesteuert werden können. Zum Abschluss der Woche wurde dieses Projekt mit einer Unterrichtseinheit über Datenvisualisierung abgerundet.
Das Wochenprogramm beinhaltete ebenso einen Besuch bei der Bühler AG in Uzwil sowie einen Einblick in das europäische Bildungsprojekt EduDemoS (EDUcating through Sustainable DEMOnstrators). Die Aufgabe bestand darin, einen Solar-Tracker in Form einer Sonnenblume zu bauen und erfolgreich in Betrieb zu nehmen. «Die Begeisterung war gross, und die Gruppen eiferten mit viel Engagement um die beste Umsetzung», schildert Thomas Keller, Leiter des «ICT Exchange»-Projekt am GBS St.Gallen.
Bis zum Schluss bei der Sache
Das Projektteam um Thomas Keller, Jürg Danuser und Vivien Stefanek beurteilt den von Movetia finanziell unterstützten Austausch sowohl fachlich als auch kulturell als Erfolg. Thomas Keller sagt: «Trotz der intensiven Woche war es beeindruckend zu sehen, wie viel Energie die Jugendlichen bis zum Schluss aufbrachten.»
Der Austausch wird, voraussichtlich im Oktober 2026, beim nächsten Treffen an der Gjergj Canco Technical School in Tirana fortgesetzt. Thematisiert werden dann Cloud-Services und Docker. Im Frühling 2027 ist geplant, dass erneut eine albanische Delegation nach St.Gallen reist. Im Fokus soll die Microprozess-Programmierung stehen.